Full text: Psychische Belastungen der Arbeit und ihre Folgen

Psychische Belastungen der Arbeit und ihre Folgen - 129 - Bei den Frauen nehmen über 10% der in der Wasserversorgung, Abwasser- und Abfallentsorgung, der in der Erbringung von sonstigen wirtschaftlichen Dienstleistungen und der im Grundstücks- und Wohnungswesen Beschäftigten Psychopharmaka. Bei den Männern liegen die Höchstwerte folgenden Wirtschaftszweigen: Gesundheits- und Sozialwesen, Wasserversorgung, Abwasser- und Abfallentsorgung sowie Öffentlichen Verwaltung, Verteidigung, Sozialversicherung. Übersicht 4.13: Anteil der Frauen und Männer mit Verordnungen an Psychopharmaka in Oberösterreich in % der Beschäftigten, nach Wirtschaftsabschnitten und Geschlecht, 2008 0,0 2,0 4,0 6,0 8,0 10,0 12,0 14,0 Private Haushalte Gesundheits- und Sozialwesen W sserversorgung Abwasser- und Abfallentsorgung Öffentliche Verwaltung Verteidigung; Sozialversicherung Kunst Unterhaltung und Erholung Erbringung von sonstigen wirtschaftlichen DL Erbringung von sonstigen Dienstleistung Erbringung von Finanz- und Versicherungsdiensleistungen Erziehung und Unterricht Grundstücks- und Wohnungswesen Herstellung von Waren Beherbergung und Gastronomie Land- und Forstwirtschaft; Fischerei Verkehr und Lagerei Erbringung von freiber., technischen Dienstleistungen Handel Instandhaltung und Reparatur von KFZ Energieversorgung Information und Kommunikation Bau Bergbau, Gewinnung von Steinen und Erden Psychopharmaka Männer Psychopharmaka Frauen Quelle: HV-INDIDV, OOEGKK, WIFO-Berechnungen Für jene unselbständig beschäftigten Frauen und Männer mit Verordnungen von Psychopharmaka liegt der durchschnittliche Verbrauch zwischen 6 und 7 Packungen pro Jahr. Arbeiter haben mit durchschnittlich 7,1 Packungen den größten Psychopharmakaverbrauch, angestellte Männer bekommen durchschnittlich 6,3 Packungen und Arbeiterinnen 6,0 Packungen verschrieben. Hier drehen sich die geschlechtsspezifischen Unterschiede: Obwohl der Anteil der beschäftigten Männer mit Psychopharmakaverordnungen niedriger ist als bei den Frauen, ist ihr durchschnittlicher Verbrauch pro Kopf höher als bei Frauen. Insgesamt sind die Krankenstandsfälle aufgrund von psychiatrischen Krankheiten bei Frauen häufiger als bei Männern. Im Jahr entfielen von 100 Erkrankungsfällen bei Männern 1,5 Fälle auf psychiatrische Krankheiten, bei den Frauen hingegen durchschnittlich 2,8 Fälle; Krankheiten des Nervensystems zeigen ein ähnliches Bild (Leoni 2011).

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