Full text: Psychische Belastungen der Arbeit und ihre Folgen

Psychische Belastungen der Arbeit und ihre Folgen  
 
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psychischen Arbeitsbelastungen erfassen zu können. Aus dieser Umfrage geht hervor, dass – zum Teil 
deutlich – mehr als die Hälfte der Erwerbstätigen, die von den folgenden Arbeitsbelastungen betroffen 
sind, diese auch als belastend erleben: Arbeiten an der Grenze der Leistungsfähigkeit (69 %), 
Störungen bzw. Unterbrechungen bei der Arbeit (60 %) und starken Termin- und Leistungsdruck 
(59 %). Demgegenüber werden folgende Arbeitsbedingungen nur von höchstens einem Viertel der 
Betroffenen als belastend empfunden: Betreuung verschiedenartiger Arbeiten gleichzeitig (26 %), 
Konfrontation mit neuen Aufgaben (16 %) und ständig wiederkehrende Arbeitsvorgänge (14 %). 
Dieselbe Umfrage kommt auch zu dem Ergebnis, dass Schmerzen des Bewegungsapparates 
(insbesondere im Nacken- und Schulterbereich und im Bereich des Rückens) sowie Müdigkeit, 
Mattigkeit und Erschöpfung oder Kopfschmerzen die häufigsten gesundheitlichen Probleme sind, die 
während oder unmittelbar nach der Arbeit auftreten (vgl. BAuA 2010: 27f). Auch die Daten des EWCS 
(European Working Conditions Survey) zeigen, dass ein Großteil der Personen, die angeben, unter 
Stress zu stehen, über Rückenschmerzen (71,1 %) und/oder Muskelschmerzen (68,4 %) klagt (vgl. 
Eurofound 2007: 77). 
Die Daten des EWCS aus dem Jahr 2005 legen weiter nahe, dass in Europa Männer (23 %) geringfügig 
häufiger als Frauen (20 %) von berufsbedingtem Stress betroffen sind (vgl. EU-OSHA 2009: 10). Frauen 
sind hingegen von spezifischen arbeitsbedingten Belastungen betroffen, wie schlechtere Bezahlung 
bei gleicher Arbeit und erschwerter Wiedereinstieg in den Beruf – der wiederum mit finanziellen 
Einbußen verbunden ist –, aber auch Mobbing4 (vgl. Saldecki-Bleck 2008: 27). Untersuchungen von 
Godin et.al (2005: 7) legen nahe, dass Männer verstärkt auf Stressbelastungen reagieren, die nahe 
zurückliegen – Stress wirkt sich also bei ihnen gesundheitlich rasch aus. Frauen hingegen reagieren 
körperlich eher auf kumulativen Arbeitsstress. 
Eine weitere in Deutschland 2004 durchgeführte Befragung beschäftigte sich mit den Erwartungen von 
Erwerbstätigen an einen guten Arbeitsplatz. Festes, verlässliches Einkommen und Sicherheit des 
Arbeitsplatzes sind dabei für die überwiegende Mehrheit der Erwerbstätigen die wesentlichsten 
Merkmale. Es zeigt sich außerdem, dass mehr als die Hälfte der Befragten es als belastend empfindet, 
wenn sie ihre familiären und privaten Interessen bei der Arbeitszeitgestaltung nicht berücksichtigen 
können (vgl. ebenda 2010: 29f). 
Hinsichtlich Alter zeigt sich im internationalen Vergleich eine stärkere Stressbelastung der Gruppe der 
Personen mittleren Alters. Die Altersgruppe der 45 bis 54-Jährigen berichtet, dass die Arbeitssituation 
einen starken Einfluss auf den Gesundheitszustand hat. Eine Betrachtung der Stressprävalenz zeigt, 
dass vor allem das Unterrichts- und Gesundheitswesen verstärkt betroffen ist. Auch an 
Angstzuständen und Reizbarkeit haben Angehörige von Berufen dieses Tätigkeitsbereiches besonders 
häufig zu leiden (vgl. EU-OSHA 2009: 10). 
                                                          
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 Es wurde empirisch nachgewiesen, dass Mobbing-Täter häufig Männer in Führungspositionen sind (vgl. 
Saldecki-Bleck et.al. 2008: 27).
        

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