Full text: Psychische Belastungen der Arbeit und ihre Folgen

Psychische Belastungen der Arbeit und ihre Folgen  
 
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häufig körperlich belastenden Tätigkeiten nachgehen: Die entsprechenden Quoten betrugen bei den 
Frauen 65 %, bei den Männern 69 %. Sowohl bei den Männern als auch bei den Frauen ist der 
Zusammenhang zwischen der Belastung durch Zeitdruck oder Überbeanspruchung und einer 
körperlichen Belastung etwas schwächer ausgeprägt (54 % bei den Frauen, 57 % bei den Männern). 
3.2.2 Belastungsfaktoren und gesundheitliche Beschwerden 
Die Daten des Arbeitskräfteerhebung Sondermoduls beinhalten Angaben der Beschäftigten zu den 
gesundheitlichen Problemen, von denen sie in den 12 Monaten vor der Erhebung betroffen waren. In 
der Fragestellung waren Beschwerden weitläufig definiert und umfassten Krankheiten, Behinderungen 
sowie nicht näher definierte körperliche und seelische Probleme.   
Etwas weniger als ein Drittel der befragten Beschäftigten gab an, im Verlauf des letzten Jahres unter 
mindestens einer gesundheitlichen Beschwerde gelitten zu haben die auf arbeitsbedingte Ursachen 
zurückgeführt werden kann oder durch die Arbeit verschlechtert wird (Abbildung 3.12). Der Anteil war 
bei den Frauen mit 31 % nur marginal geringer als bei den Männern, wo er 32 % betrug.  
Abbildung 3.12: Gesundheitliche Beschwerden arbeitsbedingte gesundheitliche Beschwerden von 
unselbständig Beschäftigten im Alter von 15-64 Jahren nach Geschlecht 
32.0
13.0
0
20
40
60
80
100
Beschwerden 
allgemein
arbeitsbedingte 
Beschwerden
in
 %
Männer
Nein
30.9
12.2
0
20
40
60
80
100
Beschwerden 
allgemein
arbeitsbedingte 
Beschwerden
in
 %
Frauen
Nein
 
Quelle: Statistik Austria (Mikrozensus-Arbeitskräfteerhebung Sondermodul 2007); WIFO-Berechnungen. 
Arbeitsunfälle wurden ausdrücklich von der Frage ausgenommen, da sie per Definition mit der 
Berufstätigkeit in Zusammenhang stehen und im ersten Teil des Fragebogens (der Erhebung) 
angesprochen worden waren. Zählt man auch diese Unfälle dazu, dann erhöht sich der Anteil an 
betroffenen Personen bei den Frauen auf 33 %, bei den Männern auf 36 %.  
Es lässt sich nicht eindeutig sagen, inwiefern die Beschäftigten bei der Beantwortung der Frage auch 
ihr gesamtes Krankenstandsgeschehen berücksichtigten. Wenn man bedenkt, dass sich 2007 anhand 
der Sozialversicherungsdaten eine Erkrankungsquote (d. h. ein Anteil an Versicherten, die im Laufe des 
Jahres mindestens einen Krankenstand verzeichneten) von 60 % errechnen lässt, dann kann davon 
ausgegangen werden, dass im Sondermodul der Arbeitskräfteerhebung nur ein Teil der Krankenstände 
angegeben wurde. Gemessen an der Gesamtheit aller Beschäftigten waren demnach 12 % der Frauen 
und 13 % der Männer von gesundheitlichen Beschwerden betroffen, die mit der Arbeit 
zusammenhängen. Diese subjektive Einschätzung des arbeitsbedingten Anteils gesundheitlicher
        

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