Full text: Psychische Belastungen der Arbeit und ihre Folgen

Psychische Belastungen der Arbeit und ihre Folgen  
 
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Probleme deckt sich gut mit den Ergebnissen aus dem EWCS der Jahre 2000 und 2005 (siehe 
Biffl/Leoni 2008). In diesen europäischen Umfragen wurden die Beschäftigten nach der Anzahl an 
Tagen befragt, in denen sie im vorangegangen Jahr vom (hauptberuflichen) Arbeitsplatz ferngeblieben 
waren. Es wurde ihnen dabei die Möglichkeit gegeben, zwischen Krankenständen, die aus 
Arbeitsunfällen resultierten, solchen, die in einer anderen Form durch den Arbeitsplatz verursacht 
wurden und solchen, die sich aus anderen Gesundheitsproblemen ergaben, zu unterscheiden. In 
Österreich lag dieser Anteil sowohl in der Befragung aus dem Jahr 2000 als in jener aus dem Jahr 2005 
knapp unter 30 %. Somit wurde fast ein Drittel der Fehlzeiten von den Befragten als arbeitsbedingt 
eingestuft. 
Die jüngsten Arbeitskräfte weisen ein vergleichsweise hohes Ausmaß an gesundheitlichen 
Beschwerden auf – jeder Dritte bzw. jede Dritte unter ihnen gibt an, in den letzten zwölf Monaten 
eine Krankheit oder sonstige Beschwerde gehabt zu haben (siehe Abbildung 3.13). In diesem Wert sind 
sowohl die arbeitsbedingten, als auch alle anderen Beschwerden unabhängig von der Ursache 
inkludiert. Die Quote der Personen mit einer gesundheitlichen Beeinträchtigung nimmt im 
Haupterwerbsalter ab und steigt ca. ab dem 35. Lebensjahr erneut an. Die Gruppe der 55- bis 59-
Jährigen leidet mit einer Quote von knapp 40 % am häufigsten unter gesundheitlichen Beschwerden. 
Dieses Muster, das in den Altersgruppen zwischen 15 und 60 Jahren einem leichten U-förmigen 
Muster folgt, entspricht jenem der Verteilung von Krankenständen nach Altersgruppen. Die 
Krankenstandsdaten der Sozialversicherungsträger zeigen, dass die jüngsten Arbeitskräfte 
vergleichsweise oft im Krankenstand sind – allerdings handelt es sich dabei vorwiegend um häufige, 
kurze Krankheitsepisoden mit einem hohen Anteil an Atemwegserkrankungen (siehe z. B. 
Leoni/Mahringer 2009: Übersicht 2.3). Es kann demnach gemutmaßt werden, dass der hohe Anteil an 
gesundheitlichen Beeinträchtigungen in der jüngsten Altersgruppe, der aus den Mikrozensus 
Auswertungen hervorgeht, stärker auf vorübergehende Erkrankungen und in geringerem Ausmaß auf 
andere, chronische Formen gesundheitlicher Beeinträchtigung zurückgeht. 
Abbildung 3.13: Gesundheitliche Beschwerden von unselbständig Beschäftigten im Alter von 15-64 
Jahren nach Altersgruppen und Geschlecht 
35.0
28.9
26.4 25.9
29.0
30.4
32.9
39.0 39.7
5.8
32.6
25.3
28.8 30.0
30.6
33.3 34.4
36.4
39.0
31.7
0
10
20
30
40
50
15-19 20-24 25-29 30-34 35-39 40-44 45-49 50-54 55-59 60-64
i
%
Frauen Männer
 
Quelle: Statistik Austria (Mikrozensus-Arbeitskräfteerhebung Sondermodul 2007); WIFO-Berechnungen.
        

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