Full text: Psychische Belastungen der Arbeit und ihre Folgen

Psychische Belastungen der Arbeit und ihre Folgen  
 
- 55 -  
Problemen betroffen. In diesen Bereichen, sowie im Handel und in der Sachgütererzeugung 
insgesamt, wurden arbeitsbedingte Beschwerden ebenfalls unterdurchschnittlich oft genannt. 
 Am häufigsten waren Frauen, die in personenbezogenen Dienstleistungssektoren beschäftigt 
sind, von Krankheiten oder anderen gesundheitlichen Beschwerden betroffen. Im 
Gesundheits- und Sozialwesen sowie im Unterrichtswesen waren es deutlich mehr als ein 
Drittel, im Bereich der Erbringung sonstiger Dienstleistungen nahezu 40 %. 
 Auch arbeitsbedingte Beschwerden wurden mit Quoten von 15 % bis 16 % in diesen Branchen 
überdurchschnittlich oft genannt, nur im Bereich Verkehr und Nachrichtenübermittlung war 
bei den Frauen der Anteil an arbeitsbedingten Gesundheitsproblemen höher (18 %). 
 Männliche Arbeitskräfte im Unterrichtswesen und im Gesundheits- und Sozialbereich 
meldeten besonders oft gesundheitliche Probleme. Nur im Bauwesen und im Bereich der 
Energie- und Wasserversorgung war der Anteil an Personen mit Beschwerden (etwa 35 %) 
ebenfalls so hoch. Arbeitsbedingte Erkrankungen bzw. Beschwerden wurden im 
Unterrichtswesen (19 %) und im Bauwesen (19 %) am häufigsten, im Handel (8 %) und im 
Finanzwesen (10 %) am seltensten genannt. 
 
Die Selbsteinschätzung der Befragten welche Auswirkungen die arbeitsbedingten gesundheitlichen 
Beschwerden auf sie haben zeigt folgendes Bild. Vier Fünftel der Personen mit einer arbeitsbedingten 
gesundheitlichen Beschwerde waren zum Zeitpunkt der Befragung der Meinung, dass sie durch diese 
Krankheit bzw. Beschwerde in der Ausführung von alltäglichen Tätigkeiten (sowohl bei der Arbeit als 
auch im Leben außerhalb des Arbeitsplatzes) zumindest teilweise beeinträchtigt sind. Etwa ein 
Sechstel dieser Personengruppe gab an, durch die Beschwerde „wesentlich“ in der Ausführung der 
alltäglichen Tätigkeit beeinträchtigt gewesen zu sein. Dabei fielen die positiven bzw. negativen 
Antworten von Frauen und Männern auf diese beiden Fragen sehr ähnlich aus - die prozentuellen 
Werte der einzelnen Antwortkategorien unterscheiden sich nach Geschlecht kaum voneinander. 
Nach Altersgruppen können dagegen signifikante Unterschiede festgehalten werden: Der Anteil an 
Personen ohne arbeitsbedingten Einschränkungen im Alltagsleben sinkt von rund einem Drittel bei 
den 15- bis 24-Jährigen, auf 14 % bei den Über-50-Jährigen; der Anteil an Personen mit wesentlichen 
Beeinträchtigungen beträgt bei den Jungen knapp 14 %, bei den Älteren knapp 18 % (woraus 
ersichtlich ist, dass mit zunehmendem Alter vor allem der Anteil an leichteren arbeitsbedingten 
Einschränkungen zunimmt). Gemessen an allen unselbständig Erwerbstätigen waren umgerechnet 4 % 
der 15- bis 24-Jährigen mit arbeitsbedingten Beschwerden konfrontiert, die in der Ausführung von 
alltäglichen Tätigkeiten zu Einschränkungen führten. Diese Quote lag bei den 25- bis 49-Jährigen 
knapp unter 10 %, und betrug bei den Über-50-Jährigen etwas mehr als 17 %. Über alle Altersgruppen 
hinweg gab jeder zehnte Befragte bzw. jede zehnte Befragte eine arbeitsbedingte Einschränkung im 
Alltag an, etwa 2 % der Erhebungspersonen sprach von einer wesentlichen Einschränkung.
        

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.