Full text: BerufslenkerInnen am Wort (46)

B E R U F S L E N K E R I N N E N  A M  W O R T  
2 2    V e r k e h r  u n d  I n f r a s t r u k t u r  
Auswahl standen zwei Antwortmöglichkeiten und ein offenes Antwortformat – Mehrfach-
nennungen waren erlaubt. 
Obwohl der Eindruck aus der Praxis ein anderer ist, wurde bei 78 Prozent der 759 Nen-
nungen die Angabe gemacht, dass die LenkerInnen nach Gehalt bezahlt werden, zu 3,2 
Prozent wurde die Antwortalternative „nach gefahrenen Kilometern“ gewählt. Rund 19 Pro-
zent der 801 befragten LenkerInnen nutzen das offene Antwortformat und berichteten über 
die in ihrem Unternehmen angewandte Bezahlungsgrundlage. 
 
Abbildung 9 Bezahlungsschema 
 
Bei den offenen Antworten dominieren klar Antworten wie „Kollektivvertrag“ oder „Anzahl 
geleisteter Stunden“ mit oder ohne Zulagen (Prämien, Diäten, Spesenersatz). Jedoch wur-
de bei 1,8 Prozent aller Nennungen angegeben, auf Basis von Tourengeld, Pauschalen, 
Quadratmeter oder gefahrenen Kilometer bezahlt zu werden, womit insgesamt also rund 5 
Prozent der LenkerInnen angeben, auf der Grundlage der beförderten Menge entlohnt zu 
werden. Zum besseren Verständnis sei angeführt, dass die kilometerabhängige Bezahlung 
bzw Gehaltskomponente grundsätzlich gesetzlich verboten ist. Nur wenn sie die Verkehrs-
sicherheit nicht gefährdet und sie den/die FahrerIn nicht ermutigt, diese zu verletzen, wäre 
sie zulässig.13 Weil es sich dabei um eine sehr schwammige Regelung handelt, fordert die 
                                                
13  Die gesetzliche Basis bilden erstens:  Art 10 Abs 1 der EG-Verordnung 561/2006/EG: „Verkehrsunternehmen dürfen 
angestellten oder ihnen zur Verfügung gestellten Fahrern keine Zahlungen in Abhängigkeit von der zurückgelegten Stre-
cke und/oder der Menge der beförderten Güter leisten, auch nicht in Form von Prämien oder Lohnzuschlägen, falls diese 
Zahlungen geeignet sind, die Sicherheit im Straßenverkehr zu gefährden und/oder zu Verstößen gegen diese Verord-
nung ermutigen.“  
und zweitens: § 15c des österreichischen Arbeitszeitgesetzes: „Lenker dürfen nicht nach Maßgabe der zurückgeleg-
ten Strecke oder der Menge der beförderten Güter entlohnt werden, auch nicht in Form von Prämien oder Zuschlägen für 
diese Fahrtstrecken oder Gütermengen, es sei denn, dass diese Entgelte nicht geeignet sind, die Sicherheit im Straßen-
verkehr zu beeinträchtigen oder Verstöße gegen dieses Bundesgesetz zu begünstigen.“
        

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