Volltext: Die Verteilung von Vermögen in Österreich

wien.arbeiterkammer.at D I E  V E R T E I L U N G  V O N  V E R M Ö G E N  I N  Ö S T E R R E I C H   |   1 5
Gesellschaftliche Aus wirkungen von Ungleichheit
Die Gesellschaft ist 
ungleicher, als es der 
Großteil der Menschen 
für richtig hält.
Wenn Vermögen politisch einen großen 
Einfluss haben, werden Finanzmarktre-
gulierungen abgebaut und der Spekula-
tion Vorschub geleistet. Damit kommt es 
vermehrt zur Bildung von Blasen an den 
Finanzmärkten. Wenn das Kartenhaus 
dann zusammenbricht, werden Banken 
und Versicherungen durch die öffentli-
che Hand gerettet und unterstützt, an-
statt ihre reichen EigentümerInnen zur 
Kasse zu bitten. Dieses Vorgehen erhöht 
das Risiko nur weiter, weil diese Finanz-
marktakteurInnen für ihre Aktivitäten 
nicht – wie sonst im freien Wettbewerb 
üblich – für die eingegangenen Risiken 
zur Rechenschaft gezogen werden.
Zudem zeigt eine neue Studie des In-
ternationalen Währungsfonds, dass 
höhere ökonomische Ungleichheit zu 
größeren Schwankungen des Wirt-
schaftswachstums führt. Wenn eine 
kleine Gruppe den Großteil der Einkom-
men und Vermögen erhält, dann kann 
die Nachfrage nicht mit den produzier-
ten Waren und Dienstleistungen Schritt 
halten. Ärmere Gruppen verwenden 
nämlich einen höheren Anteil von ihrem 
Einkommen, um ihre Bedürfnisse ab-
zudecken. Gemessen am Einkommen 
stellen sie somit überproportional die 
notwendigen Absatzmöglichkeiten be-
reit, die es Unternehmen ermöglichen 
zu florieren. Insbesondere in der Krise, 
wenn Investitionen und Exporte einbre-
chen, ist der Privatkonsum zentral für 
die Stabilisierung der Wirtschaftslage. 
Hohe Ungleichheit führt hingegen zu 
geringerem Privatkonsum, und durch 
die niedrigeren Absatzmöglichkeiten für 
die Produkte von Unternehmen auch 
zu niedrigeren Investitionen. Eine un-
gleiche Verteilung untergräbt daher ein 
gleichmäßiges Wachstum, sowohl vor 
als auch nach Krisen.
Einige Länder versuchten, dieser struk-
turellen Nachfrageschwäche wirt-
schaftspolitisch gegenzusteuern: In 
den USA wurde die Verschuldung der 
Privathaushalte ausgeweitet, damit der 
Konsum mit der Produktion trotz der 
Einkommens- und Vermögenskonzen-
tration mithalten kann. Diese Verschul-
dungsstrategie erwies sich als nicht 
nachhaltig. In Deutschland und Öster-
reich wurde versucht, über den Export 
die inländische Nachfrageschwäche 
auszugleichen. Doch auch diese Stra-
tegie war nicht nachhaltig, denn sie 
kann nicht von allen Ländern der EU 
gleichzeitig verfolgt werden. Im EU 
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