Full text: Die Verteilung von Vermögen in Österreich

wien.arbeiterkammer.at D I E  V E R T E I L U N G  V O N  V E R M Ö G E N  I N  Ö S T E R R E I C H   |   2 1
Entkräftung gängiger Argumente 
Das Aufkommen aus 
vermögensbezogenen 
Steuern liegt in Öster­
reich deutlich unter 
dem europäischen, aber 
auch dem OECD­
Durchschnitt.
ENTKRäFTUNG GäNGIGER 
ARGUMENTE GEGEN 
VERMÖGENSSTEUERN 
Mythos: Doppelbesteuerung
Jeder Euro wird in Österreich im Jahr an unterschiedlichen Punkten im Wirtschaftskreislauf (also mehr-
fach) besteuert, das entspricht dem We-
sen funktionierender Steuersysteme in 
westlichen Hocheinkommensländern. 
Mehrfachbesteuerung betrifft daher 
auch PensionistInnen, die mit ihrer be-
reits versteuerten ASVG-Pension die 
Miete zahlen oder Lebensmittel einkau-
fen, und auf dieses Geld nun nochmals 
Umsatzsteuer zahlen.
„Doppelbesteuerung“ wird jedoch ger-
ne als Argument gegen Vermögens-
steuern, unter anderem gegen die Erb-
schaftssteuer, ins Treffen geführt. Dabei 
kann gerade in diesem Fall nicht von 
einer Doppelbesteuerung gesprochen 
werden. Denn der/die Begünstigte hat 
für dieses einmalige leistungslose Ein-
kommen noch nie Steuern bezahlt. Es 
wird daher zum ersten Mal besteuert. 
Mythos: Wettbewerbsnachteil
Das Aufkommen aus vermögensbe-
zogenen Steuern liegt in Österreich 
deutlich unter dem europäischen, aber 
auch dem OECD-Durchschnitt. Es ist 
daher unwahrscheinlich, dass Vermö-
genssteuern die Wettbewerbsfähigkeit 
öster reichischer Unternehmen ein-
schränken oder gar zu Abwanderung 
führen würden. 
Selbstverständlich nimmt eine sinnvolle 
Ausgestaltung einer Vermögenssteuer 
auf die Verhältnisse der jeweiligen Un-
ternehmen Rücksicht. Nach dem Rein-
vermögenszugangsprinzip etwa wird 
nicht das Unternehmensvermögen (an-
hand der Bilanzsumme) selbst, sondern 
nur das private Vermögen (Aktien oder 
Beteiligungen natürlicher Personen) be-
steuert. Vermögenssteuern sind zudem 
in der Regel mit großzügigen Freibeträ-
gen ausgestattet, sodass insbesondere 
EigentümerInnen von kleinen und mitt-
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