Full text: Gekauft und schon kaputt. Leben in einer Wegwerfgesellschaft?

|   fac h taGunG30
Das Prinzip der Nutzung wird ja schon im Telekommunikationsbereich angewandt, so Müllner. Die 
Handys werden von den Telekommunikationsanbietern subventioniert, wofür die Tarife etwas teurer 
sind, das Handy aber beinahe gratis ist. Peter Knobloch wirft dagegen ein, dass es bei diesen For-
men aber auch viele Probleme gibt. Wenn das Handy z.B. während der zweijährigen Bindungsdauer 
kaputt ist, bekommt man keinen Ersatz, der Tarif müsse aber weitergezahlt werden. Von dieser Art 
von Produktnutzung ist abzuraten, dazu müssten die Modelle noch adaptiert werden.
Müllner schlussfolgert aus der Diskussion, dass Hersteller und Handel KonsumentInnen schon 
aus dem herrschenden Wettbewerb nicht alleine lassen. Anstrengungen dahingehend werden da-
bei von KonsumentInnen wahrscheinlich belohnt. Das Geschäftsmodell „Nutzen statt Kaufen“ hat 
Zukunftspotenzial, teilweise wird es schon angeboten, vor allem im Business-to-Business Bereich, 
aber es gibt auch Angebote für PrivatkundInnen. Druck können aber KonsumentInnen auch über 
soziale Netzwerke erzeugen. Auf der EU-Ebene gibt es schon richtungsweisende Entwicklungen 
für nachhaltige Produkte, wie z.B. durch die Ausarbeitung der Ökodesign Richtlinie, die seit 2009 
laufend adaptiert wird. Schridde hingegen wundert sich, dass es immer externe Vorgaben benötigt, 
um Produkte besser zu gestalten und warum es keine freiwillige Selbstkontrolle gibt. Er fordert 
ein Label für den Handel – es ist die Aufgabe der Händler nicht der KonsumentInnen, gute Produkte 
anzubieten. 
Die AK wird am Thema dran bleiben, so Zgubic-Engleder. Es ist nicht die Aufgabe der Verbraucher-
Innen, sich stundenlang über ein Produkt zu informieren, ob es qualitativ hochwertig ist. Konsument-
Innen müssen darauf vertrauen können, was VerkäuferInnen über das Produkt sagen. Schade ist, 
dass Reparaturen unattraktiv gemacht werden: Durch hohe Kosten, administrative Hürden und 
lange Reparaturzeiten. Immer häufiger wird ein Gewährleistungsanspruch einfach abgelehnt. 
Hersteller und Handel kümmern sich immer weniger um das Thema – der Service-Gedanke muss 
wieder stärker forciert werden.
Sepp Eisenriegler fordert die Förderung von Reparatur- und Re-Use Netzwerken von öffentlicher 
Hand, ein Umdenken im System muss stattfinden. Eine neue Initiative wird von R.U.S.Z. gestartet: 
Geräte sollen vorab auf Langlebigkeit und Reparierbarkeit getestet und mit einem entsprechenden 
Logo versehen werden, damit KonsumentInnen eine bessere Entscheidungsgrundlage haben.
        

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