Full text: Die Qualität der Arbeit auf dem Prüfstand (15)

5Ulrike Huemer und Helmut Mahringer ARBEITSMARKTMONITOR 2012: ÖSTERREICH IM EU-VERGLEICH – GÜNSTIGE GESAMTENTWICKLUNG, HARTNÄCKIGE SCHWÄCHEN 1. EINLEITUNG Die Arbeitsmarktsituation in den europäischen Mitgliedsstaaten wird oftmals anhand einiger weniger Indikatoren beurteilt. Große Aufmerksamkeit wird dabei typischerweise der von Euro- stat regelmäßig publizierten Arbeitslosenquote geschenkt, die in Österreich – im europäischen Vergleich – niedrig ausfällt. Die Arbeitslosenquote bildet aber nur einen Aspekt der Arbeits- marktperformanz ab. Andere Aspekte wie die Möglichkeiten des Verbleibs am Arbeitsmarkt oder die Frage der Integration unterschiedlicher Personengruppen in das Beschäftigungs- system bleiben ausgeklammert. Sie sind maßgeblich von den Arbeitsmarktinstitutionen und -politiken der Mitgliedsstaaten geprägt und differieren entsprechend zwischen den Ländern. Um einen umfassenderen Blick auf das Arbeitsmarktgeschehen und die Arbeitsmarktsituation in Europa zu bekommen, hat das WIFO im Auftrag und in Kooperation mit der Arbeiterkammer Wien im Jahr 2010 den Arbeitsmarktmonitor entwickelt und in den Jahren 2011 und 2012 aktualisiert. Beim Arbeitsmarktmonitor handelt es sich um ein Set von fünf Arbeitsmarktindi- zes, die jeweils unterschiedliche Aspekte des Arbeitsmarktes in den europäischen Mitglieds- staaten beleuchten: 1. Die Leistungskraft des Arbeitsmarktes, 2. die Integrationsorientierung des Arbeitsmarktes, 3. die Zugangsgerechtigkeit am Arbeitsmarkt und die Verbleibchancen am Arbeitsmarkt, 4. die Verteilung der Erwerbseinkommen, 5. die Sozialstaatsaktivitäten. Zur Abbildung dieser fünf Aspekte des Arbeitsmarktgeschehens wird eine Reihe von Indika- toren verwendet, die jeweils zu einem Index kondensiert werden. Der Arbeitsmarktmonitor besteht somit aus fünf Bereichsindizes. Für alle EU-Mitgliedsländer werden Punktwerte für jeden der fünf Indizes ermittelt, die einen Wert zwischen eins und zehn einnehmen können, wobei 1 das schlechteste und 10 das beste Ergebnis im europäischen Ländergefüge darstellt. Entsprechend der errechneten Index-Punktwerte werden für jeden abgebildeten Arbeits- marktaspekt Ländergruppen gebildet, wobei jene Länder zu einer Gruppe zusammengefasst werden, deren Abstand zwischen den Punktwerten möglichst gering und zur benachbarten Gruppe gleichzeitig möglichst groß ist. Der Vorteil des Arbeitsmarktmonitors besteht darin, dass er einen guten Überblick über eine große Zahl von Indikatoren erlaubt und dabei die Komplexität der länderspezifischen Arbeits- marktsituationen in wenigen Indexwerten abbildet. Der so gewonnene Überblick kann zu Zwecken des Benchmarking genutzt werden und liefert zudem Anregungen für weiterführen-

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