Full text: Der mittelfristige Bedarf an Mitteln der Wohnbauförderung unter Berücksichtigung der Bevölkerungsentwicklung und der Sanierung

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Aktuell zeigt sich in Österreich dennoch zum Einen nach wie vor eine konzentrierte Be-
zugnahme der Wohnbauförderung auf behindertengerechtes Wohnen sowie, ausge-
nommen z.B. Wien, die Förderung von entsprechenden Maßnahmen in Form von laufen-
den Zuschüssen zu einem Fremddarlehen. Im Sinne der hier zu fördernden Zielgruppen 
(vor allem Senioren) positiv hervorzuheben ist die Nichtrückzahlbarkeit der Förderungs-
beträge. Zwecks Attraktivierung der maßgeblichen Förderungsmodelle sollten allerdings, 
über verstärkte Öffentlichkeitsarbeit (Information, Beratung) hinausgehend im Wesentli-
chen zwei Adaptierungen vorgenommen werden: 
1. Stärkere Fokussierung auf seniorengerechte Wohnungssanierung (Förderung be-
stimmter Sanierungsmaßnahmen, wie z.B. Vermeidung von Stufen und Schwellen 
innerhalb von Wohnungen, vor allem Sanitäranlagen, Mindesttürbreiten und Höhen 
von Bedienungselementen) durch Schaffung einer  speziellen Förderungsschiene. 
Dadurch könnte nicht nur eine höhere Popularität des Förderungsangebots erzielt, 
sondern zusätzlich ein spezielles Modell an die besonderen ökonomischen Bedürf-
nisse und Rahmenbedingungen von Senioren (eher geringe Bereitschaft zur lang-
fristigen Neuverschuldung im Alter, durchschnittlich schlechte Einkommens- und 
Vermögenssituation von Hochaltrigen) angepasst werden.  
2. Berücksichtigung der individuellen ökonomischen Ausgangslage von Senioren 
durch eine flexible Gestaltung des Modells. Zumindest überlegenswert wäre daher 
die wahlweise Förderung der Kosten von seniorengerechten Anpassungsmaßnah-
men in Form von nicht rückzahlbaren laufenden sowie einmaligen Zuschüssen, z.B. 
nach dem Vorbild des Wiener Förderungssystems. Ebenso zu diskutieren wäre eine 
generelle Limitierung der Förderungsdauer auf zehn Jahre und dadurch eine un-
problematische Koppelung an das relativ neue Leistungsangebot der österreichi-
schen Bausparkassen. 
Über die tatsächlichen Ausmaße von in den letzten Jahren durchgeführten Maßnahmen 
zur nachträglichen Schaffung von Barrierefreiheit im Wohnbereich sowie des angefalle-
nen Förderungsaufwands geben die zur Verfügung stehenden statistischen Daten leider 
keine Auskunft. Dies ist nicht nur darauf zurückzuführen, dass der seniorengerechten 
Wohnungsanpassung derzeit noch relativ wenig Beachtung geschenkt wird, sondern 
auch darauf, dass vielfach allgemeine Einzelsanierungsmaßnahmen nicht in der erforder-
lichen Schärfe von speziellen Anpassungsmaßnahmen getrennt werden. Damit erweist 
sich eine gesicherte Abschätzung künftiger Budgeterfordernisse zur Erreichung eines 
barrierefreien Wohnungsbestands als äußerst schwierig.
        

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