Full text: Frauen.Management.Report.2014

4 
 
3,1% 
Frauen 
96,9% 
Männer 
Börsenunternehmen, Vorstand 2014 
12,0% 
Frauen 
88,0% 
Männer 
Börsenunternehmen, Aufsichtsrat 2014 
Börsennotierte Unternehmen  
In den börsennotierten
2
 Unternehmen hat sich der 
Anteil von Frauen in Vorstandspositionen sogar 
rückläufig entwickelt und ist vom niedrigen Aus-
gangsniveau des Vorjahres auf 3,1 Prozent (2013: 
3,3 Prozent) im Jahr 2014 gesunken. So sind – 
nach dem Ausscheiden von Ulrike Baumgartner-
Gabitzer aus der börsennotierten Verbund AG – 
überhaupt nur mehr sechs statt sieben Frauen in 
der obersten Führungsebene vertreten, Neubeset-
zungen hat es keine gegeben. Also dominieren 
Männer fast zur Gänze (96,9 Prozent) die Vor-
standspositionen in den – besonders im Blick der 
Öffentlichkeit stehenden – Unternehmen. 
 
 
Der Frauenanteil in den Aufsichtsräten der bör-
sennotierten Unternehmen hat sich trotz zahlrei-
cher freiwilliger Initiativen im Jahr 2014 lediglich 
marginal erhöht und liegt mit 12,0 Prozent (2013: 
11,6 Prozent) unter dem Ergebnis der Top 200 
(13,9 Prozent) sowie der staatsnahen Unterneh-
men (33,0 Prozent). Freiwillige Berichtspflichten 
und Empfehlungen des Corporate Governance 
Kodex für börsennotierte Gesellschaften bleiben 
bei der Verwirklichung von mehr Geschlechter-
diversität an der Unternehmensspitze einmal mehr 
ein hilf- und wirkungsloses Instrument.  
 
 
Fazit und AK-Forderungen  
Mit dem vergleichsweise niedrigen Frauenanteil in den Spitzengremien bleibt Österreich deutlich hinter dem 
EU-Schnitt von 17 Prozent zurück: Die wichtigsten Impulse kommen europaweit aus jenen Ländern (z.B. 
Frankreich, Island, Norwegen), die rechtlich verbindliche Vorschriften verankert haben. Den höchsten Anteil 
von Frauen in den höchsten Leitungsorganen der europäischen Wirtschaft halten laut aktuellen Daten der EU-
Kommission Island (49 Prozent) und Norwegen (42 Prozent). Während Österreich seit Jahren auf der Stelle 
tritt, ist beispielsweise der Frauenanteil in Frankreich nach Einführung einer Quotenregelung im Jahr 2011 
von 12 Prozent auf 27 Prozent im Jahr 2013 gestiegen. Diesem guten Beispiel folgt jetzt auch Deutschland, 
wo das Regierungsabkommen vom November 2013 eine verbindliche Quote von 30 Prozent Aufsichtsrätin-
nen für börsennotierte und mitbestimmte Unternehmen ab 2016 vorsieht. Angesichts der europäischen Ent-
wicklung ist der Aufholbedarf Österreichs unbestritten. Die Arbeiterkammer fordert deshalb die Regierung auf, 
den erfolglosen Pfad der Selbstverpflichtung zu verlassen und für verbindliche Zielvorgaben zu sorgen. Der 
Anteil der erwerbstätigen Frauen muss sich endlich angemessen in den Spitzenpositionen der Unternehmen 
widerspiegeln, es braucht die Einführung einer verbindlichen Geschlechterquote von 40 Prozent bei der Be-
setzung von Aufsichtsratsmandaten.   
                                                     
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 ATX, Prime Market, Mid Market, Standard Market Auction und Standard Market Continuous.
        

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