Full text: Modal Split im Güterverkehr (52)

In Tabelle 2 sind 34 mögliche Maßnahmen und deren Eigenschaften und potenzielle Umsetzer 
gelistet. An welche Ausgestaltung der gelisteten Maßnahmen im Konkreten gedacht wird, wird im 
Folgenden beschrieben. Diese Beschreibung ist notwendig, um eine entsprechende qualitative 
Bewertung der Maßnahmen vornehmen zu können. 
1. Aufrechterhaltung der Bahninfrastruktur in der Fläche 
Seit Ende 2010 wurden seitens der RCA ausgewählte Güterumschlagsstellen geschlossen und 
an weiteren ausgewählten Umschlagsstellen die Abwicklung der Waggons empfindlich 
verteuert. Es existieren Pläne zur weiteren Schließung von Umschlagsstellen. Das Rückgrat 
des in Europa vergleichsweise hohen Schienenanteils in Österreich ist jedoch die 
Flächenbedienung durch die Bahn. Diese ermöglicht (unter anderem) eine gute Auslastung 
auch auf dem Hauptnetz. Die Bedienung der Fläche ist jedoch zum Teil unwirtschaftlich und 
wird aus diesem Grund seitens der RCA nicht aufrechterhalten. Jede Schließung von 
Umschlagsplätzen bedeutet jedoch eine Verlagerung der bislang über diese Umschlagstelle 
abgewickelten Bahntransporte auf die Straße. 
Sehr oft folgt der Schließung von Umschlagsplätzen die Stilllegung und zum Teil auch der 
Abbau der Schieneninfrastruktur. Damit ist es nicht mehr möglich, zukünftig 
Schienengüterverkehr in diesen Regionen zu lukrieren, auch wenn sich die 
Rahmenbedingungen durch anderen Maßnahmen entsprechend ändern. 
Die Aufrechterhaltung der Schieneninfrastruktur in der Fläche  (auch wenn der Betrieb des 
Güterverkehrs reduziert oder eingestellt wird) ist somit eine wesentliche Basis, um mit 
Maßnahmen, die den Schienengütertransport unterstützen (siehe nachfolgende Maßnahmen), 
überhaupt die gewünschten Verlagerungseffekte erzielen zu können (wo keine Infrastruktur, da 
kein Schienengüterverkehr auf der Schiene). 
Die Schieneninfrastruktur in Österreich ist überwiegend im Besitz der öffentlichen Hand. Damit 
ist die nationale öffentliche Hand hauptverantwortlich für die (zukünftige) Bereitstellung der 
Infrastruktur Über Fördermittel für den Ausbau von Bahninfrastruktur spielt auch die EU eine 
wichtige Rolle in der Gestaltung der Schieneninfrastruktur. Derzeit werden Gelder nur für 
internationale Magistralen zur Verfügung gestellt. Die Nichtberücksichtigung des 
untergeordneten Schienennetzes in der Förderpolitik der EU gibt der Einstellung von 
Nebenbahnen einen Vorschub. 
2. Berücksichtigung der Schieneneigenschaften in der Supply Chain Planung 
Um eine nachhaltige Verlagerung von der Straße auf die Schiene zu erzielen, ist es notwendig, 
die verlagerten Transporte gleich zu Beginn erfolgreich im Sinne sowohl des 
Logistikdienstleisters als auch der verladenden Wirtschaft durchzuführen. Dies erfordert die 
Berücksichtigung der Unterschiede zwischen Straßen- und Schienentransport und der 
„Eigenheiten“ des Schienentransports bereits bei Beginn der Planung der kompletten Supply 
Chain. Dabei sollte insbesondere darauf geachtet werden, dass: 
 die Schiene generell weniger flexibel ist, 
 das Schienennetzwerk und die Verladestellendichte deutlich geringer als bei der Straße 
sind und 
 Zugang und Betrieb stärker reguliert sind.
        

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