Full text: Modal Split im Güterverkehr (52)

zusätzliche Verbesserung der Wettbewerbsfähigkeit gegenüber der Schiene, ohne die 
Standortqualität in Österreich insgesamt deutlich zu verbessern (Herry Consult, LOB 2005, 46) 
23. Schieneninfrastrukturausbau bzw. -modernisierung 
Neben der Aufrechterhaltung der Infrastruktur für die Flächenversorgung (siehe Maßnahme 1) 
ist die Bereitstellung einer funktionierenden Schieneninfrastruktur auf den Haupt- und 
Nebenachsen, die neben dem Personenverkehr auch dem Güterverkehr die pünktliche 
Abwicklung von Zügen ermöglicht, wichtig. Vor allem die oft relativ geringem Aufwand mögliche 
Beseitigung von mit Engstellen und Langsamfahrstellen, sowie die Elektrifizierung des 
gesamten für den Güterverkehr genutzten Netzes und wenn möglich auch der 
Verschubbereiche, tragen zur Erhöhung der Qualität im Schienengüterverkehr bei. 
24. Tracking and Tracing bei Schiene und KV 
Für viele Unternehmen der verladenden Wirtschaft wird es immer wichtiger, die genaue Position 
und den Zustand ihrer Güter während des Transportes zu kennen. Dies hat vor allem zwei 
Gründe: exakte Planung der Übernahme der Güter und Zustandskontrolle (dies spielt vor allem 
aber nicht nur beim Transport von verderblichen Güter eine wichtige Rolle). 
Im Straßengüterverkehr erfolgt diese Güterverfolgung und Überwachung einerseits direkt durch 
den Fahrer, der kontaktiert werden kann und auch sofort eingreifen kann, sollte es zu einer 
problematischen Situation bezüglich des Zustands der transportierten Güter kommen. Darüber 
hinaus werden Lkws immer Häufiger mit Tracking- und Tracing-Systemen ausgestattet. Die 
Informationen dieser Systeme bieten den Kunden eine zusätzliche Sicherheit. Vielfach ist diese 
Möglichkeit die transportierten Güter von der Ferne zu beobachten und gegebenenfalls ein 
Einschreiten veranlassen zu können, ein wichtiger Grund, sich für den Straßengüterverkehr zu 
entscheiden. 
Um dieses vorherrschende Manko seitens des Schienentransportes bestmöglich ausgleichen 
zu können, sind schrittweise (beginnend mit jenen Gütern, bei welchen eine Verfolgung 
besonders nachgefragt wird) entsprechende Verfolgungssysteme zu installieren und damit die 
notwendige Möglichkeit zu schaffen, die Kunden über Aufenthalt und Zustand der Güter in 
Echtzeit zu informieren. Diese Informationssysteme, die es bereits gibt und die zum Teil auch 
bereits bei Schienentransporten angeboten werden, sollten in Zukunft jedoch in spezifischen 
Fällen mit einem ergänzenden System erweitert werden, mit welchem das direkte Einschreiten 
zur Behebung von Problemen ermöglicht wird. 
Bestes Beispiel dafür ist der Transport von verderblichen Gütern und das Garantieren der 
durchgängigen Kühlkette. Die Lebensmittelindustrie kann sich nur sehr eingeschränkt die 
Nutzung der Schiene vorstellen, solange ein Einschreiten bei der Meldung von 
Tracingsystemen bezüglich Temperaturprobleme nicht sofort möglich ist. Solange dies nicht 
ermöglicht wird, geht der Bahn ein Transportgut, dass abgesehen von der Temperaturgarantie 
deutlich schienenaffine Merkmale aufweist (gut bündelbar, große Mengen, zum Teil weite 
Strecken) verloren. 
25. Transportpreise stärker an Zeitbedürfnisse anpassen (je kurzfristiger desto teurer) 
Die verladende Wirtschaft soll durch entsprechende Preisgestaltung dazu „gezwungen“ werden, 
zu hinterfragen, welche Transporte tatsächlich rasch abgewickelt werden müssen und für 
welche Güter eine langsamere (aber pünktliche) Anlieferung ebenfalls ausreicht. Dies ist
        

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