Full text: Modal Split im Güterverkehr (52)

wichtig, da nicht-zeitkritische Transporte besser gebündelt werden können, wenn nicht auf 
bestimmte Transportzeiten bestanden wird. Eine bessere Bündelung wiederum erhöht die 
Möglichkeit, die Bahn wirtschaftlich rentabel einzusetzen. 
Ein solches Umdenken erfolgt jedoch nur, wenn die Transportpreise deutlich stärker nach den 
garantierten Transportzeiten gestaffelt werden. Transportunternehmen können mittels 
entsprechender Preisgestaltung ihre eigenen Abläufe besser gestalten und so effizienter 
abwickeln. Diese gewonnene Effizienz sollte sich in den Preisen widerspiegeln. 
Derzeit existieren zu geringe Unterschiede in den Preisen in Abhängigkeit der garantierten 
Lieferzeit unter anderem weil Transporteure meist dann Gewinn machen, wenn zeitunkritische 
Transporte mit ähnlich hohen Preisen wie zeitkritische Transporte durchgeführt werden können. 
Um in diesem Bereich ein Umdenken zu erreichen, ist vor allem auch eine 
Unternehmerschulung (verladende Wirtschaft) notwendig; Die verladende Wirtschaft kann dann 
entsprechende Zeit- und Preisvorgaben an die Transportwirtschaft geben und so Initiator für die 
„Entschleunigung“ vieler Verkehre und damit eine bessere Möglichkeit zur Bündelung (die Zeit 
benötigt) sein. Diese dann mögliche Bündelung erhöht die Wettbewerbsfähigkeit der Bahn. 
26. Trennung von Speditions- und Frachtgeschäften 
Sind Speditionen zugleich Frächter, werden (sinnvoller Weise) zuerst die eigenen Fahrzeuge 
ausgelastet, bevor auf anderen Transportlösungen zurückgegriffen wird. Dies kann zu 
systemineffizienten Transportentscheidungen führen. Speditionen ohne eigenen Fuhrpark 
haben höhere Freiheitsgrade in der Entscheidung und können systemorientierter entscheiden. 
So kommt es bei Speditionen ohne eigenen Fuhrpark deutlich häufiger zur Nutzung alternativer 
Transportmöglichkeiten wie der Bahn. 
27. Verbesserung der KV-Infrastruktur (Terminals, Umschlagstechnologien) 
Neben der Linieninfrastruktur (siehe Maßnahme 23) ist vor allem die Knoteninfrastruktur 
entscheidend für die Nutzung der Schiene, da diese den Zugang zum System Schiene 
ermöglicht. Dies gilt vor allem für den Kombinierten Verkehr, der ohne geeignete 
Zugangseinrichtungen nicht möglich ist. Eine Verbesserung des Zugangs ist einerseits mittels 
Ausweitung der Verfügbarkeit von Terminals und andererseits durch die Bereitstellung 
adäquater Umschlagstechnologien, die es ermöglichen unterschiedliche Güter auch 
terminalunabhängig umzuschlagen, möglich. Die Technologien dazu gibt es bereits (Stichwort 
Mobiler, Abrollcontainer und ähnliches). Der verstärkte Einsatz dieser Technologien bedarf 
jedoch innovativer Businesskonzepte und der Zusammenarbeit der Technologiebereitsteller, 
der Eisenbahnverkehrsunternehmen, der KV-Operateure und der verladenden Wirtschaft. Vor 
allem die bereits mehrmals erwähnte Bündelung von Transporten spielt dabei eine wichtige 
Rolle, um auf kritische Massen zu kommen und Leerläufe, die den Einsatz und damit das 
System unwirtschaftlich machen zu reduzieren. 
28. Zentralisierung der Transportorganisation und der -entscheidungen im Unternehmen (z.B. Ein- 
und Verkauf) 
Transportentscheidungen und vor allem Transport-Mode-Entscheidungen können unter-
schiedlich ausfallen, wenn diese aus Sicht des Gesamtunternehmens oder aus Sicht einzelner 
Supply Chains im Unternehmen getroffen werden. Ein- und ausgehende Supply Chains haben 
für sich betrachtet andere Anforderungen als in Summe betrachtet. So spielen zum Beispiel die
        

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