Full text: Steuerliche Familienförderung in Österreich (12)

2 
Ausgabe 12/2012 
Der Schwerpunkt der Familienförderung liegt bei den Geldleistungen, der Familienbeihilfe 
und dem Kinderabsetzbetrag, der grundsätzlich zur steuerlichen Familienförderung zu 
rechnen ist, aber gemeinsam mit der Familienbeihilfe als direkte Geldleistung ausbezahlt 
wird. Trotz der zahlreichen steuerlichen Möglichkeiten besteht bei der steuerlichen 
Familienförderung eine enorme Schieflage und Verbesserungsbedarf. 
 
Absetzbetrag 
Derzeit gibt es den Alleinverdiener-(AVAB), Alleinerzieher-(AEAB), den Unterhalts- und den 
Kinderabsetzbetrag, der eigentlich kein „echter“ Absetzbetrag ist, da er gemeinsam mit der 
Familienbeihilfe ausbezahlt wird. 
Im Jahr 2004 wurde der AVAB und AEAB um den Kinderzuschlag erweitert, der von der 
Anzahl der Kinder abhängt. Diesen Kinderzuschlag gibt es aber nur dann, wenn der AVAB 
oder AEAB zusteht. Etwa die Hälfte der 1,8 Millionen Kinder profitieren von dieser Regelung, 
wohingegen für 900.000 Kinder kein Anspruch auf diesen AVAB besteht, weil die Eltern die 
Voraussetzungen für den AVAB nicht erfüllen. 
 
Tabelle 1: AVAB/AEAB inkl. Kinderzuschlag 
Nach Anzahl der Kinder Höhe des jährlichen 
Kinderzuschlags 
für das erste Kind 494 Euro 
für das zweite Kind 669 Euro 
für das dritte und jedes weitere Kind je 220 Euro 
Quelle: Einkommensteuergesetz 1988, § 33 Abs. 4 
 
Kinderfreibetrag 
In Österreich wird für zirka 1,8 Mio. Kinder zwischen 0 und 25 Jahren Familienbeihilfe 
bezogen. Zusätzlich dazu kann seit dem Jahr 2009 ein Kinderfreibetrag1 geltend gemacht 
werden. Aber auch hier stellt sich das Problem ähnlich dar wie bei den Betreuungskosten. Im 
Jahr 2010 wurde für 1,2 Mio. Kinder der Kinderfreibetrag geltend gemacht, zu einer positiven 
steuerlichen Auswirkung ist es allerdings nur bei 800.000 Kindern gekommen. Für weitere 
400.000 Kinder wurde der Kinderfreibetrag zwar beantragt, aber wegen des zu geringen 
Einkommens der Eltern gingen diese leer aus. Für die restlichen 600.000 Kinder wurde bis 
dato kein Antrag gestellt. Offenbar wissen viele Eltern über die steuerlichen Möglichkeiten 
nicht Bescheid oder sind über die kaum überschaubaren familienpolitischen 
Fördermaßnahmen unzureichend informiert. 
                                            
1
 Der Kinderfreibetrag kann entweder von beiden Elternteilen mit jeweils 132 Euro oder nur von einem Elternteil mit 220 Euro im 
Kalenderjahr beantragt werden.
        

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.