Full text: Steuerliche Familienförderung in Österreich (12)

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Ausgabe 12/2012 
Im Durchschnitt wurden pro Kind 800 Euro an Kinderbetreuungskosten3 geltend gemacht. 
Die steuerliche Gutschrift daraus konnte bis zu 400 Euro im Jahr betragen, viele gingen aber 
auch leer aus. 
 
Abbildung 2: Steuervorteil bei 800 € Kinderbetreuungskosten 
 
Quelle: Eigene Berechnung 
 
Um jedem Kind den gleichen Zugang zu den zur Verfügung stehenden finanziellen 
Ressourcen geben zu können, wäre der Ausbau an leistbaren Kinderbetreuungsplätzen 
zielführender, als eine Unterstützung mittels Steuervorteilen, die bei den Eltern und deren 
Kindern zum Teil  nicht ankommen. 
 
Wer leer ausgeht 
In den 1970er wurde als oberster Grundsatz festgelegt, „dass jedes Kind gleich viel wert 
ist“. In den letzten Jahren wurde die Familienförderung aber wieder mehr in das Steuerrecht 
verlagert, weg von den direkten Fördermaßnahmen. Als Anknüpfungspunkt für die Höhe 
der Förderung dient hierbei immer das Einkommen. Für die tatsächliche Auswirkung der 
Freibeträge (z. B. die Kinderbetreuung) sind die Grenzsteuersätze verantwortlich. Damit sich 
ein Absetzbetrag auswirken kann, ist es notwendig, dass das Einkommen so hoch ist, dass 
Steuer bezahlt werden muss (einzige Ausnahmen dabei bilden der Alleinverdiener- und der 
Alleinerzieherabsetzbetrag – hierfür gibt es eine Negativsteuer-Gutschrift). Das bedeutet, 
dass die Gerechtigkeit dort endet, wo Freibeträge und Absetzbeträge zur Anwendung 
kommen. Allgemein kann bemerkt werden, dass Männer gegenüber Frauen stärker von 
                                            
3
 Kind (bis zum 10. Lebensjahr können Kinderbetreuungskosten bis maximal 2.300 Euro im Jahr geltend gemacht werden)
        

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