Full text: Lohnsteuer im Steigflug (10)

am Gesamtsteueraufkommen. Im Jahr 2013 betrug das Umsatzsteueraufkommen 24,9 Mrd Euro und das Lohnsteueraufkommen 24,6 Mrd Euro. Die Umsatz- steuer und die Lohnsteuer machen beinahe zwei Drittel der Steuereinnahmen aus. Das bedeutet, dass die ArbeitnehmerInnen den Staat in einem immer größer werdenden Umfang finanzieren, wohingegen die meisten anderen Steuern kaum Wachstumspotential aufweisen. Die vermögensbezogenen Steuern führen überhaupt ein Schattendasein und leisten kaum einen Beitrag zur Staatsfinanzierung. Diese Entwicklung führt nun dazu, dass im Jahr 2014 die Lohnsteuer ein- nahmen das Umsatzsteueraufkommen überholen. Es ist damit zu rechnen, dass die Lohnsteuereinnahmen auf 26 Mrd Euro anwachsen werden und wenn nicht bald eine Steuertarifreform erfolgt, die Umsatzsteuer bald deutlich hinter sich lassen wird. Ursachenforschung Keine andere in Österreich eingehobene Steuer steigt in einem derart großen Ausmaß wie das bei der Lohn- Lohnsteuer im Steigflug 2 netto nicht so viel übrig bleibt, wie das sein sollte. Die steigende Steuerprogression frisst einen beträchtlichen Teil der Lohn- und Gehaltserhöhung auf. Seit der letzten Einkommensteuertarifanpassung im Jahr 2009 wurde der Tarif nicht mehr verändert. Dadurch ist in den Jahren 2009 bis 2013 insgesamt durch die Inflation ein Lohnsteuermehraufkommen in Höhe von zirka 1,6 Mrd Euro entstanden. Das Volumen der sogenannten „Kalten Progression“ beträgt jähr- lich etwa 400 bis 500 Mio Euro und spült dem Staat zusätzliche Steuereinnahmen in die Kassa. Ohne die dringend notwendige Steuerreform, würde die „Kalte Progression“ bis zum Jahr 2018 auf ein Volumen von 3,9 Mrd Euro anwachsen. Entwicklung Das Gesamtsteueraufkommen lag im Jahr 2013 bei 76,9 Mrd Euro. Seit jeher gehört die Lohnsteuer neben der Umsatzsteuer zu den zwei großen Massensteuern die in Österreich eingehoben werden. Die Umsatz- steuer lieferte in der Vergangenheit den größten Anteil Quelle: Lohnsteuerstatistik 2013, Statistik Austria, eigene Darstellung. WUSSTEN SIE, DASS DIE KALTE PROGRESSION JÄHRLICH BIS ZU 500 MIO EURO ZUSÄTZLICH IN DIE STAATSKASSE SPÜLT? WUSSTEN SIE, DASS DIE UMSATZSTEUER UND DIE LOHNSTEUER BEINAHE ZWEI DRITTEL ZUM JÄHRLICHEN STEUERAUFKOMMEN BEITRAGEN? Abbildung 1: Lohnsteuerstatistik 2006 - 2013, Veränderungen gegenüber dem Vorjahr in Prozent * Wegen der Änderung des Steuertarifs und gesamtwirtschaftlichen Veränderungen kam es zu einem Absinken des Lohnsteueraufkommens ? 8 7 6 5 4 3 2 1 0 -1 -2 7,8 7,9 8,4 3,9 6,0 7,0 4,84,7 4,5 4,7 0,6 2,7 3,9 4,1 3,4 4,7 5,0 5,2 1,7 2,5 3,6 4,3 2,9 2006 2007 2008 2009 2010 2011 2012 2013 -7,1* Bruttobezüge insgesamt Einbehaltene Sozialversicherung Einbehaltene Lohnsteuer in %

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