Full text: Verpflichtende Frauenquote im Aufsichtsrat ab 2018 (6)

Seite 3 | Verpflichtende Frauenquote im Aufsichtsrat ab 2018
in Meetings) zur Desillusionierung und De-
motivation bei aufstrebenden Frauen führen. 
Während beim Berufseinstieg noch 43 % der 
Mitarbeiterinnen eine Führungsposition zum 
Ziel haben, sind es nach fünf Jahren im Beruf 
nur noch 16 %. Bei Männern hingegen bleiben 
die Erwartungen konstant. Und das scheinbar 
zurecht, wie sich wiederum beim Geschlech-
terverhältnis im Vorstand zeigt: Die Positionen 
dort werden bereits zu 92,8 % von Männern 
besetzt. An der Spitze der Führungspyramide 
stehen überhaupt nur noch 3,6 % weibliche 
CEOs.
Nachzügler und Vorreiter  
In Österreich haben besonders die börsen-
notierten Unternehmen in der Frage der Ge-
schlechter-Diversität in den Leitungsgremien 
großen Aufholbedarf: Im Jahr 2017 sind über-
haupt nur 3,9 % aller Vorstandspositionen 
weiblich besetzt. In den 20 Konzernen des 
Börsen-Leitindex ATX liegt der Frauenanteil 
im Aufsichtsrat zuletzt bei 18,2 % zwar höher, 
gemessen an der Vergleichsgruppe der deut-
schen DAX-Unternehmen ist dies trotzdem 
niedrig. Dank einer Quotenregelung per Ge-
setz ist es dort nämlich gelungen, den Frau-
enanteil innerhalb eines Jahres von 26,8 % 
(2015) auf 30,2 % (2016) zu erhöhen. In Öster-
reich schaffen diese 30 % Marke lediglich vier 
ATX-Unternehmen (Erste Group AG, Öster-
reichische Post AG, Vienna Insurance Group 
AG, Wienerberger AG). Nicht nur im Vergleich 
zu Deutschland auch in Relation zur europäi-
schen Vergleichsgruppe (23,0 % im April 2016) 
schneidet Österreich unterdurchschnittlich 
ab. Nicht zufällig kommen die wichtigsten 
Impulse zur Anhebung des Frauenanteils 
aus jenen Ländern, die rechtlich verbindliche 
Vorschriften verankert haben und Sanktionen 
bei Nichteinhaltung vorsehen (z.B. Italien, 
Frankreich). Wie es gehen kann, machen 
zudem die staatsnahen Unternehmen mit ihrer 
Entsendungspolitik für den Aufsichtsrat vor. 
Dank einer Selbstverpflichtung aus dem Jahr 
2011 konnten zuletzt spürbare Fortschritte 
im Hinblick auf mehr Geschlechtergerechtig-
keit erzielt werden: Waren es vor fünf Jahren 
noch 21,5 %, erreicht der Frauenanteil unter 
den vom Bund entsandten Aufsichtsratsmit-
gliedern für das Jahr 2016 bereits 40,2 %. 
Öffentliche Unternehmen nehmen damit eine 
Vorreiterrolle ein, während die Privatwirtschaft 
bei der geschlechtergerechten Besetzung von 
Spitzenpositionen deutlich nachhinkt. 
Die Quote kommt
Dies dürfte sich jedoch schon bald ändern: 
Ende Juni wurde im Nationalrat mit den 
Stimmen von SPÖ, ÖVP und den Grünen das 
Gleichstellungsgesetz von Frauen und Män-
nern im Aufsichtsrat (GFMA-G) beschlossen. 
Dieses Gesetz sieht eine verpflichtende 
Wussten Sie, dass 
in einem Viertel 
der größten 200 
Unternehmen 
weder in der 
Geschäftsführung 
noch im Aufsichts-
rat eine Frau 
vertreten ist? 
ABBILDUNG	2		FRAUENANTEIL AN DER JEWEILIGEN 
UNTERNEHMENSEBENE
Quelle: AK Wien, Frauen.Management.Report.2017, S. 18
46,8% DER ERWERBSTÄTIGEN
15,8% DER PROKURISTINNEN
7,2% IM VORSTAND
3,6%
CEOS
?
        

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.