Full text: Vermögen in Österreich (126)

Zusammenfassung 
Der Household Finance and Consumption Survey (HFCS) der europäischen Zentralbank 
(EZB) stellt die erste umfassende Erhebung zu Vermögen privater Haushalte in 15 Ländern 
der Eurozone, darunter auch Österreich, dar. Somit ermöglicht der HFCS erstmalig eine 
genaue Analyse der österreichischen Vermögensbestände sowie der Vermögensverteilung. 
Trotz akribischer Erhebung der Daten durch die Österreichische Nationalbank (OeNB) und 
das Institut für empirische Sozialforschung (IFES) besteht bei dieser Erhebung das Problem 
der fehlenden oder unzureichenden Erfassung der obersten Vermögensbestände,  die  in den 
Händen einiger weniger Haushalte konzentriert sind. Damit geht eine systematische 
Unterschätzung des Gesamtvermögens privater Haushalte in Österreich sowie eine 
Verzerrung der tatsächlichen Vermögensverteilung einher. Um diese Verzerrung zu 
kompensieren empfiehlt die einschlägige wissenschaftliche Literatur die Verwendung der 
Pareto-Verteilung. Bei dieser Methode wird unter Zuhilfenahme statistischer Tests postuliert, 
dass sich der oberste Rand der Vermögensverteilung durch eben jene Pareto-Verteilung 
näherungsweise darstellen lässt. In dem solcherart korrigierten Datensatz steigt das 
Gesamtvermögen der privaten Haushalte von etwa 1.000 Mrd. Euro auf 1.249 Mrd. Euro an. 
Besonders stark wirkt sich die Korrektur der Nicht- und Untererfassung auf den 
Vermögensbestand des reichsten Prozents aller Haushalte aus. Dieser steigt von 
durchschnittlich 6,4 Millionen Euro um 98,6% auf 12,7 Millionen Euro. Daraus ergibt sich 
unter anderem, dass die reichsten 10% der ÖsterreicherInnen nicht 61% (HFCS) sondern 69% 
des Gesamtvermögens besitzen. Dieses Ergebnis ist auch für die Frage einer möglichen 
Vermögensbesteuerung von Bedeutung, da das geschätzte Steueraufkommen aus einer 
etwaigen Vermögensbesteuerung direkt mit dem  geschätzten Gesamtvermögen und seiner 
Verteilung zusammenhängt.
        

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