Full text: Wien wächst (12)

WIEN WÄCHST 72 ARBEITERKAMMER WIEN Mathematikkompetenzen, 8. Schulstufe Quelle: Schreiner/Breit 20124a. Das hinter dem Selektionsprozess und der Zweiteilung liegende Ziel, nämlich die angestrebte kogni- tive Homogenität der jeweiligen SchülerInnenschaft in der Allgemeinbildenden Höheren Schule auf der einen Seite und der Allgemeinen Pflichtschule (Hauptschule und Neue Mittelschule) auf der anderen Seite, wird jedenfalls auch in Wien nicht erreicht, wie die Leistungsspannbreite der einzel- nen Schulformen zeigt. Dieses Ziel ist zudem als didaktische und soziale Ausgangssituation ganz grundsätzlich fragwürdig. Eine höhere Treffsicherheit würde zu einer absichtlichen Segregation füh- ren und zu einer weiteren Entmischung sozialer Schichten. Die Leistungsstreuung variiert nämlich signifikant zwischen den Kategorien des elterlichen Bildungsabschlusses. Betrachtet man die durch- schnittlichen Leistungen des standardisierten Mathematiktests in der 4. Schulstufe, so zeichnen sich nicht nur zwischen Kindern von Eltern mit niedrigen und hohen Bildungsabschlüssen signifikante Differenzen ab sondern zwischen jeder einzelnen von vier Kategorien, die mit (1) maximal Pflicht- schulabschluss, (2) Lehrabschluss, (3) Matura, (4) universitäre oder ähnliche Ausbildung unter- schieden wurden. So übertrifft nur das beste Drittel der Schüler/innen von Eltern mit einem Lehrab- schluss die Leistungen des unteren Viertels derjenigen aus Akademikerhaushalten.

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