Full text: Die Antrittswahrscheinlichkeit zur Lehrabschlussprüfung

Situation von Wiener Lehrlingen im letzten Ausbildungsjahr 
öibf 11 
 
Es wurde folgendes Hypothesensystem zur Erklärung des subjektiven LAP-
Vorbereitungsgrades gebildet: 
• Je höher die subjektiv wahrgenommene Ausbildungsqualität, desto besser 
wird der LAP-Vorbereitungsgrad eingeschätzt. 
Die zu erreichenden Ausbildungsziele eines Lehrberufes werden jeweils in 
der Ausbildungsordnung festgehalten. Es ist anzunehmen, dass die Lehr-
linge bei guten Ausbildungsbedingungen, die entsprechenden Ziele eines 
Lehrberufes im Laufe ihrer Ausbildungszeit erreichen und daher entspre-
chende berufliche Kompetenzen zur Erfüllung des LAP-
Anforderungsniveaus entwickeln können.  
• Je höher die Selbstbewertung des Erfolges in der Berufsschule, desto bes-
ser fühlen sich die Lehrlinge auf die LAP vorbereitet. 
Die Berufsschule ist neben dem Betrieb ein zentraler Lernort in der Lehr-
ausbildung. Der Erfolg in der Berufsschule ist ein Indikator für das beruf-
liche Kompetenzniveau eines Lehrlings im jeweiligen Lehrberuf. 
• Je höher die subjektiv erlebten Probleme im bisherigen Ausbildungsver-
lauf, desto geringer wird der LAP-Vorbereitungsgrad eingeschätzt. 
Subjektiv erlebte Probleme im Ausbildungsverlauf sind ein Hinweis dafür, 
dass die Lehrzeit durch betriebliche, berufsschulische oder persönliche 
Gründe nicht reibungslos abgelaufen ist und zu konflikthaften Situationen 
geführt hat, die sich negativ auf den Lern- bzw. Kompetenzentwicklungs-
prozess bzw. dessen Zielerreichung ausgewirkt haben. 
• Je höher die Zufriedenheit mit der Berufswahl, desto besser fühlen sich 
die Lehrlinge auf die LAP vorbereitet. 
Zufriedenheit mit der Berufswahl bedeutet unter anderem, dass der Beruf 
den eigenen Interessen, Fähigkeiten und Erwartungen weitgehend ent-
spricht. Vor allem die Berufsorientierung versucht, die Bedürfnisse der 
(potenziellen) Lehrlinge mit den Anforderungen und der Nachfrage des 
Arbeitsmarktes abzustimmen (vgl. Löffler & Wieser, 2012, S. 8). Es ist an-
zunehmen, dass Berufszufriedenheit zu mehr Interesse an den Ausbil-
dungsinhalten führt und die intrinsische Lernmotivation steigert, was 
sich positiv auf den Kompetenzentwicklungsprozess niederschlagen sollte. 
• Je höher die Prüfungsangst, desto geringer wird der LAP-
Vorbereitungsgrad eingeschätzt. 
Für Personen mit Prüfungsangst sind Prüfungen, aber auch die Prüfungs-
vorbereitung selbst, Situationen mit hohem Stresspotenzial und daher 
negativ besetzt. Stark ausgeprägte Prüfungsangst kann zu einem Abfall 
der Leistung in der Prüfungssituation führen (Litzcke & Krems, 2003). Für 
Lehrlinge mit deutlicher Prüfungsangst stellt die positive Absolvierung 
der LAP eine hohe Hürde dar, die neben den fachlichen Anforderungen 
selbst, bewältigt werden muss. 
• Lehrlinge, mit einer höheren Selbstwirksamkeitserwartung, fühlen sich 
grundsätzlich besser auf die LAP vorbereitet. 
„Selbstwirksamkeitserwartung wird definiert als die subjektive Gewissheit, 
neue oder schwierige Anforderungssituationen auf Grund eigener Kompe-
tenz bewältigen zu können. Dabei handelt es sich nicht um Aufgaben, die 
durch einfache Routine lösbar sind, sondern um solche, deren Schwierig-
keitsgrad Handlungsprozesse der Anstrengung und Ausdauer für die Be-
        

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