Full text: Die Antrittswahrscheinlichkeit zur Lehrabschlussprüfung

Situation von Wiener Lehrlingen im letzten Ausbildungsjahr 
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wältigung erforderlich macht“ (Schwarzer & Jerusalem, 2002, S. 35). Zu-
dem führt eine positive Erwartungshaltung zur Situationsbewältigung zu 
einer Reduzierung von Stress und zu einer erfolgsorientierten Motivation. 
(ebd.) 
• Je höher die intrinsische Motivation zum LAP-Antritt, desto höher ist die 
subjektive Einschätzung des LAP-Vorbereitungsgrads. 
Stärke und Qualität von Motivation ist im pädagogischen Kontext oft ein 
entscheidender Faktor für den Lernerfolg. In der Lernpsychologie  gibt es 
Belege dafür, dass insbesondere die intrinsische Motivation eine starke 
Rolle bei der Qualität des Lernens spielt. Eine intrinsisch motivierte Per-
son handelt aus Freude und Interesse an einer Tätigkeit oder Aufgabe. 
Andererseits wird wiederum die intrinsische Motivation durch das Erleben 
der eigenen Kompetenz gefördert (vgl. Krapp & Ryan, 2002). 
Zusätzlich wurden in das Modell soziodemografische und lehrberufsbezogene Vari-
ablen einbezogen. 
• Bildungshintergrundressourcen: In Österreich wird im internationalen 
Vergleich die Leistung im Bildungssystem überdurchschnittlich stark vom 
sozioökonomischen Hintergrund mitbestimmt (Bacher, 2008; vgl. bei Le-
sekompetenz: OECD, 2011, S. 106). 
• Das Geschlecht ist in der dualen Ausbildung vor allem in Hinblick auf die 
unterschiedliche Geschlechterkonzentration in den Lehrberufen bzw. 
Lehrberufsgruppen eine wichtige Variable (vgl. Dornmayr, Wieser, & Ma-
yerl, 2012).  
• Das Alter gibt einen indirekten Hinweis auf die Bildungsbiografie. Ältere 
Lehrlinge weisen mit größerer Wahrscheinlichkeit bruchhafte oder atypi-
sche Bildungsbiografien auf. 
• Lehrlinge mit Migrationshintergrund sind in der dualen Ausbildung Öster-
reichs deutlich unterrepräsentiert (vgl. Dornmayr u. a., 2012). Es ist auch 
vielfach so, dass diese Lehrlinge über vergleichsweise geringere soziale 
Hintergrundressourcen verfügen. 
• Lehrberufe bzw. Lehrberufsgruppen: Lehrberufe weisen unterschiedliche 
Charakteristika in den Betriebsstrukturen, Geschlechterkonzentration, Ar-
beitsbedingungen, Einkommen, etc. auf. 
• Die Variable Zweigbetrieb soll ein grober Indikator zur Unterscheidung der 
Lehrbetriebsgröße bzw. der Anzahl der Lehrlinge im Betrieb sein. Tenden-
ziell ist anzunehmen, dass größere Lehrbetriebe über mehr explizite Res-
sourcen für die Lehrlingsausbildung verfügen.
        

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