Full text: Die Antrittswahrscheinlichkeit zur Lehrabschlussprüfung

Situation von Wiener Lehrlingen im letzten Ausbildungsjahr 
öibf 17 
Dieser Zusammenhang lässt sich aber keineswegs nach einem einfachen Ursache-
Wirkungsprinzip interpretieren, sondern stellt wohl ein Geflecht aus komplexen 
Wechselwirkungen dar. Einerseits gibt es bei der Lehrberufswahl von weiblichen 
Personen eine starke Konzentration auf wenige Lehrberufe (Bergmann, Gut-
knecht-Gmeiner, Wieser, & Willsberger, 2004). Eine mögliche Erklärung wäre 
demnach, dass in einige Branchen, in denen weibliche Lehrlinge tätig sind (z.B.: 
in der Körper- und Schönheitspflege, Hotel- und Gastgewerbe) schlechtere Aus-
bildungsbedingungen gegeben sind. Andererseits zeigen Studien, dass weibliche 
Schülerinnen ihre eigene Leistungsfähigkeit und Selbstbefähigung grundsätzlich  
schwächer einschätzen als männliche Schüler (z.B. Köller, Daniels, Schnabel, & 
Baumert, 2000). Auch könnten regional unterschiedliche Ausbildungsbedingun-
gen innerhalb der Branchen gegeben sein. 
 
Abbildung 7: Mittelwertvergleich des subjektiven LAP-Vorbereitungsgrades nach 
den größten Lehrberufsgruppen  
 
Quelle: öibf LAP-Befragung 2013. n= 4.477. Damit umfassen die gebildeten Lehrberufsgruppen 92% 
der Lehrlinge der gesamten Stichprobe (n=4.863). 
 
In Tabelle 2 wird der Zusammenhang zwischen dem subjektiven LAP-
Vorbereitungsgrad und einzelnen ausbildungsbezogenen Indizes anhand des Pear-
son-Korrelationskoeffizienten dargestellt. 
Es zeigt sich – wie angenommen – ein multidimensionaler Zusammenhang zwi-
schen dem subjektiven LAP-Vorbereitungsgrad und einzelnen Indizes. Der stärkste 
positive Zusammenhang lässt sich statistisch zwischen der „intrinsischen LAP-
Motivation“8 und dem „LAP-Vorbereitungsgrad“ feststellen (0,35 bzw. 0,37). Je 
höher das intrinsische Interesse an der Prüfung ist, desto besser fühlen sich die 
Lehrlinge auf die LAP vorbereitet. 
Ein empirisch starker Zusammenhang zwischen dem „LAP-Vorbereitungsgrad“ lässt 
sich auch mit der „betrieblichen Ausbildungsqualität“ (0,37 bzw. 0,32) und dem 
Erfolg in der Berufsschule (0,31 bzw. 0,30) zeigen. Eine hohe individuell wahrge-
nommene Ausbildungsqualität und guter Erfolg in der Berufsschule wirken sich 
positiv auf das subjektive Gefühl von Lehrlingen aus, gut auf die LAP vorbereitet 
                                              
8 Beispielitem: …, weil es Spaß macht berufliche Aufgabenstellungen zu lösen.
        

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