Full text: Wirtschaftspolitik - Standpunkte 2012 Heft 4 (4)

der drei Indizes nicht unterschiedlicher 
sein. Vor zehn Jahren hatte jeder dieser 
Märkte seine eigene Dynamik, 2012 hin-
gegen bewegten sie sich in einem beinahe 
perfekten Gleichklang. 
Mehr als allem anderen folgen SPGSCI 
und WTI Rohölpreise eng den aktuellen Er-
eignissen in der Eurozone, die die Gefühle 
und Erwartungen formen. Dies ist umso 
erstaunlicher, weil WTI Rohölpreise auf 
den mittleren Westen der USA beschränkt 
bleiben. Dennoch bestimmen Ereignisse 
der Eurozone und Marktgefühle die Roh-
stoffpreise, unabhängig von Handelslogistik, 
Krieg, Dürre und anderen derzeit auftau-
chenden Angebotsschocks.
Eine weitere Bestätigung des Einflusses 
von FinanzinvestorInnen auf Rohstoffmärk-
te kann in der Markterholung der Ölmärkte 
in Folge des Übereinkommens zur Banken-
rekapitalisierung, das in der Eurozone Ende 
Juni 2012 beschlossen wurde, gefunden wer-
den. Zu dieser Zeit stieg der Preis für Brent-
Öl um 7% im Laufe eines Tages und der Preis 
von WTI um 9% – ein Anstieg, klar erkenn-
bar in Abbildung 2 – der keinerlei Bezug zu 
fundamentalen Angebots- und Nachfrageän-
derungen hatte.
es wird zeit, den um sich greifenden einfluss 
der finanzialisierung zur kenntnis zu neh-
men. Durch die zunehmende Teilnahme von 
FinanzinvestorInnen in diesen Märkten hat 
sich die Charakteristik der Information, die 
die Preisbildung bei Rohstoffen ausmacht, 
verändert. Im Gegensatz zur Effizienzmarkt-
Hypothese trifft die Mehrzahl der Markt-
teilnehmerInnen ihre Marktentscheidungen 
nicht unabhängig und nicht basierend auf 
Fundamentaldaten in Bezug auf Angebot und 
Nachfrage. Für sie sind vielmehr Aspekte 
wichtig, die andere Märkte oder die Port-
folio-Diversifizierung betreffen. Das bringt 
aber falsche Preissignale in den Markt.
Daher ist die Annahme eines atomisti-
schen Marktes, in dem die TeilnehmerInnen 
individuell auf Basis ihrer eigenen Interpreta-
tion der Fundamentaldaten handeln, in einer 
Situation ausgeprägten Herdenverhaltens auf 
den Finanzmärkten nicht länger haltbar. Der 
Preisfindungsmechanismus der Märkte ist 
ernsthaft gestört. Die Preise weichen über 
lange Perioden weit von dem Niveau ab, das 
durch Fundamentaldaten gerechtfertigt wäre. 
Wegen dieser Verzerrungen senden Roh-
stoffpreise in finanzialisierten Märkten nicht 
die richtigen Preissignale über die relative 
Verknappung von Rohstoffen. Das beein-
trächtigt die Allokation von Ressourcen und 
hat negative Effekte auf die Realwirtschaft. 
Um die ursprüngliche Funktion der Roh-
stoffmärkte wieder herzustellen, ist rasches 
politisches Handeln auf globaler Ebene er-
forderlich.
Heiner Flassbeck, UNCTAD, Direktor der Abteilung 
Globalisierung und Entwicklungsstrategien 
1) UNCTADstat.
2) Institute of International Finance, 2011
3) Silvennoinen und Thorp, 2010. 
4) Masters, 2008.
5) Tick bezeichnet die kleinstmögliche Preisände-
rung des Kurses von Wertpapieren an Kassa- 
oder Terminbörsen.
finanzinvestorinnen dominieren die preisfindung 
auf den rohstoffmärkten.
wirtschaftspolitik
– standpunkte 
Meinung, Position, Überzeugung. Der digitale Newsletter der  Ab-
teilung Wirtschaftspolitik in der Wiener Arbeiterkammer behandelt 
Aspekte der Standortpolitik, des Wirtschaftsrechts, der Regulierung 
diverser Branchen und allgemeine wirtschaftspolitische Fragestellun-
gen aus der Perspektive von ArbeitnehmerInnen. Wirtschaftspolitik-
Standpunkte erscheint 4-mal Jährlich und wird per Email versandt. 
Kostenlose Bestellung und  alle Ausgaben nachlesen unter: 
http://wien.arbeiterkammer.at/wp-standpunkte
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redaktion: Maria Maltschnig und Susanne 
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Layout und satz: Julia Kolda
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erscHeinungsweise: 4 mal jährlich
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bLattLinie: Die Meinungen der AutorInnen
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Diskur  der vergangenen Monate verfolgt. S
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in dieser Ausgabe wieder einen besondere
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d nhysterie zu legen. Christa Schlager nim
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rungspaket unter die Lupe und liefert gleic
h Prognosen über die gesamtwirt-
schaftlichen Auswirkungen desselben mit. M
arkus Marterbauer warnt vor der 
EU-weiten Schrumpfkur im öffentlichen Se
ktor, die ein „verlorenes Jahrzehnt“ 
mit sich bri ge  könnte und hält ein Plädoy
er für den sozialen Fortschritt. Dass 
Österreich bei seiner Schuldenbremse aus
gerechnet das deutsche Modell als 
Vorbild nimmt, sorgt für Kopfschütteln bei 
dem Düsseldorfer Ökonom Achim 
Truger, der in einem Gastartikel die ausgep
rägten Schwächen dieses Korsetts 
eindrucksvoll darlegt. 
Auf EU Ebene tat sich auch abseits des S
par-Wahns einiges. Die Macht der 
Ratingagenturen soll zurückgedrängt werd
en, es gibt ne e Vergaberichtlinien 
und die Art und Weise wie das Spanungsf
eld zwischen Daseinsvorsorge und 
Beihilfenr cht gesehen wird, hat sich veränd
ert. Außerdem ist das Match um das 
umstrittene „Anti-Piraterie-Abkommen“ AC
TA noch lange nicht entschieden.
Wer sich in letzter Zeit in Wien um Mietw
ohnungen umgeschaut hat, dem ist 
die Lust auf einen Umzug ob der massiv ges
tiegenen Preise gründlich vergangen. 
Die ImmobilienbesitzerInn n schieben die 
Schuld auf hohe Gebühren, die AK 
kommt zu einem anderen Schluss: Es sind sc
hlicht und einfach die Nettomieten, 
die die Wohnungskosten in die Höhe trei
ben, wie eine kürzlich erschienene 
Studie belegt. Nach wie vor trist schaut es
 in den Führungsetagen der großen 
Unternehmen für Frauen aus. Die Verspre
chungen seitens der Industrie sich 
um einen höheren Frauenanteil im Managem
ent zu bem hen, sind offensichtlich 
reine Lippenbekenntnisse. Wir fordern desh
alb:
Her mit der Quote! Die Redaktion
editOrial
Wirtschaftspolitik
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seite 04
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KoMMentar von MarKuS Marterba
uer
die deutscHe scHuLdenbreMse 
seite 05
ein leuchtendeS vorbild für ÖSte
rreich und 
europa? 
brandpunkt ratingagenturen 
seite 07
iM europäiSchen parlaM nt begin
nt die 
heiSSe phaSe
strukturpolitik
ak Frauen. 
seite 08
ManageMent.report 2012
frauen Sind SoWohl in den vorSt
änden alS 
auch in den aufSichtSräten Weite
rhin die 
auSnahMe
neue straFbestiMMungen  
seite 09 
zeigen wirkung
90% der groSSen KapitalgeSellSc
haften 
haben 2011 friStgerecht den Jahre
SabSchluSS 
offengelegt
acta 
seite 10
uMStritteneS antipiraterie-abKoM
Men Mit 
folgen?
priVatMieten steigen doppeLt so  
seite 12 
stark wie einkoMMen und inFLatio
n
wie VieL beiHiLFenrecHt  
seite 13 
Verträgt die daseinsVorsorge?
reVision der eu-VergaberegeLn 
seite 15
        

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