Full text: Wirtschaftspolitik - Standpunkte 2017 Heft 25 (25)

Im Rahmen der Energie- und Klimapolitik 
kommt der Steigerung der Energieeffizienz 
eine zentrale Rolle zu, denn sie trägt zu einem 
geringeren Energieverbrauch bei. Dies bedeu-
tet nicht nur einen geringeren CO2-Ausstoß, 
sondern auch eine Verringerung der Importab-
hängigkeit und damit eine Erhöhung der Ver-
sorgungssicherheit. Ein effizienter Energieein-
satz führt zu geringeren Energiekosten für pri-
vate Haushalte, Gewerbe und insbesondere 
für die energieintensive Industrie.  
Energieeffizienzmaßnahmen reduzieren damit 
die Kosten und stärken so die Wettbewerbsfä-
higkeit. Sie lösen gleichzeitig die Nachfrage 
nach adäquaten Angeboten zu technischen 
Lösungen und Dienstleistungen aus und füh-
ren so zu Innovationen.  
Doch Investitionen in Energieeffizienzmaßnah-
men liegen häufig nicht im Fokus des Unter-
nehmensmanagements. Ein Grund dafür ist, 
dass die Amortisationszeiten solcher Investiti-
onen oft länger sind als der sehr kurzfristig 
orientierte Managementhorizont von zwei bis 
drei Jahren. 
In Österreich versucht die Politik die Errei-
chung der Energie- und Klimaziele bis 2020 
bzw. 2030 mit dem Bundes-Energieeffizienz-
gesetz
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 zu unterstützen. Der Kern der Bestim-
mung: Seit 2015 werden Energielieferanten 
verpflichtet, Energieeffizienzmaßnahmen bei 
sich und den VerbraucherInnen zu setzen, die 
Energieeinsparungen in der Höhe von –0,6% 
ihrer jährlichen Absatzmenge bewirken. 
Anstatt immer mehr Steuergelder in Form von 
Förderungen auszuschütten, werden ordnungs-
rechtliche Vorgaben eingesetzt. Das ist ein gu-
ter Ansatz. Indem Energielieferanten Maßnah-
men setzen müssen, wird privates Kapital mo-
bilisiert, d.h. es wird investiert. Allerdings zu 
wenig. Denn die Anerkennung von Energieeffi-
zienzmaßnahmen ist derzeit viel zu großzügig 
ausgestaltet. So werden etwa die Anschaffung 
von sparsamen Glühbirnen oder aufschraubba-
ren Wasserdurchlaufbegrenzern als Maßnah-
men angerechnet, selbst wenn sie gar nicht 
eingesetzt werden. Die Effizienzziele werden so 
zwar am Papier erreicht, in der Realität wird der 
Verbrauch aber wohl nicht im gewünschten 
Ausmaß sinken. Eine zentrale Rolle nimmt dabei 
die „Nationale Energieeffizienz-Monitoring-
stelle“ ein. Diese Stelle ist bei der Energieagen-
tur angesiedelt und übernimmt im Auftrag des 
Bundesministeriums für Wissenschaft, For-
schung und Wirtschaft die Evaluierung und Be-
wertung der Energieeffizienzmaßnahmen sowie 
das Controlling der verpflichteten Unterneh-
men.  
Um ausreichend Investitionen auszulösen, die 
sicherstellen, dass die Energieeffizienzziele im
        

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