Full text: Wirtschaftspolitik - Standpunkte 2017 Heft 25 (25)

Weiterentwicklung der Automatisation um 
Vernetzung 
Betriebliche Schritte in Richtung Mensch-
Maschine- und Maschine-Maschine-Kommu-
nikation bedeuten, so wurde in den Interviews 
durchgängig berichtet, in der Implementations-
phase hohen betrieblichen Aufwand. In diesen 
Entwicklungsprozessen gilt es, Prozesse ge-
nau zu analysieren und unter Nutzung der neu-
en Technologie neu zu designen sowie pro-
grammierbar zu machen. Auf diesem Wege 
entstehen betriebliche – und damit sehr indivi-
duelle – Lösungen. Um alle Optimierungspo-
tenziale aufgreifen, aber auch, um ein umfas-
send funktionsfähiges System etablieren zu 
können, bewährte es sich, VertreterInnen aller 
am jeweiligen Prozess beteiligten Organisati-
onseinheiten in die Entwicklungsarbeiten ein-
zubeziehen. 
Höheres Veränderungstempo durch Echt-
zeitinformation 
Zunehmende Vernetzung geht jedenfalls mit 
höherem Veränderungstempo einher – dies 
zeigen die Beschreibungen der 
Befragten sehr anschaulich. Die 
Zunahme der Geschwindigkeit 
und die Beobachtung „Kunden 
warten nicht mehr“ dürften auch 
zentrale Triebfedern dafür sein, 
dass es für Unternehmen sehr 
schwer bis unmöglich sein wird, 
sich diesen Entwicklungen län-
gerfristig zu entziehen.  
Vorhandene Studien prognostizieren Unter-
schiedliches: Teilweise wird davon ausgegan-
gen, dass die zunehmende Digitalisierung keine 
bis wenige Auswirkungen auf die Anzahl der 
Beschäftigten hat, teilweise wird von extremen 
Rückgängen in der Beschäftigung ausgegan-
gen. Wieder andere prognostizieren eine Stabi-
lisierung oder sogar ein Revival der Industriebe-
schäftigung und die Schaffung neuer Jobs im 
Produktionsumfeld.
1
  
(Einfache) Routinetätigkeiten am stärksten 
bedroht 
Worin sich die Studien einig sind: Einfache 
Routinetätigkeiten sind am stärksten bedroht. 
Das muss aber nicht zwangsläufig zum Arbeits-
platzverlust von Geringqualifizierten führen. Der 
Einsatz von Datenbrillen oder Tablets in der 
industriellen Produktion könnte beim Erlernen 
von Tätigkeiten helfen, und es wird nach wie 
vor schwer automatisierbare Produktionsschrit-
te geben oder solche, bei denen sich eine Auto-
matisation nicht lohnt. Weniger vorhersehbar ist 
die Zukunft der „mittleren“ Facharbeit. Das 
Spektrum reicht von der Dequalifizierung bis 
zum Upgrading.
2
  
Personaleinsparungen gehen mit neuen Per-
sonalbedarfen einher 
Nach Aussage der befragten Unternehmen hat-
ten Entwicklungsschritte in Richtung Industrie 
4.0 Auswirkungen auf die Anzahl der Beschäf-
        

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