Full text: Wirtschaftspolitik - Standpunkte 2017 Heft 25 (25)

aus breit sein, um komplexe fachspezifische 
Aufgaben bewältigen und Probleme oder 
neue Anforderungen schnell analysieren zu 
können.  
Anlernqualifikationen spielen in den befragten 
Unternehmen zumeist eine quantitativ unter-
geordnete Rolle und sind rückläufig. In den 
Beschreibungen der Aufgabenstellungen 
dieser Beschäftigtengruppe fällt auf, dass 
das Anforderungsniveau auch in diesen Posi-
tionen durchaus beträchtlich ist.  
Digitale Kompetenzen unterschiedlicher 
Niveaus erforderlich 
Schließlich sind digitale Kompetenzen erfor-
derlich. Auch diese sind je nach Position und 
Aufgabengebiet unterschiedlich, umfassen 
jedoch jedenfalls die Kompetenz, einen 
Touchscreen und eine Computermaus bedie-
nen zu können. Ebenso wird durchgängig 
von allen MitarbeiterInnen eine Grundsensibi-
lität im Umgang mit Daten erwartet und die 
Kompetenz, die für die Aufgabenerfüllung 
notwendigen Informationen eigenständig 
recherchieren, bewerten und nutzen zu kön-
nen. Auf einer obersten Ebene geht es im 
Bereich der digitalen Kompetenzen darum, 
Programme konzipieren und umsetzen zu 
können.  
Verständnis für den Gesamtprozess 
In einem vernetzten Geschäftsprozess ziehen 
Eingriffe und Handlungen an unterschiedli-
chen Stellen Konsequenzen nach sich. Je 
stärker digitalisiert und je weniger personalin-
tensiv ein Geschäftsprozess nach durchge-
führter Digitalisierung ist, desto weniger können 
Fehlentwicklungen frühzeitig erkannt und abge-
federt werden. Prozessverständnis und das 
Vorwegnehmen von potenziellen Fehlern sind 
deshalb eine wesentliche Anforderung. Auch in 
diesem Kompetenzbereich ist die Reichweite je 
nach Position unterschiedlich: Mehr oder weni-
ger auslaufend sind in einem volldigitalisierten 
Geschäftsprozess Arbeitsaufgaben, bei denen 
es reicht, sich ausschließlich auf die eigene 
Aufgabe zu konzentrieren.  
Kompetenzen können besonders gut im Pro-
zess der Arbeit erworben werden. Ein Blick auf 
die vorher beschriebenen geforderten Kompe-
tenzen macht deutlich, dass vieles nicht so 
einfach in seminaristischen Aus- und Weiterbil-
dungsprogrammen gelernt werden kann. In 
diese Richtung weist auch die einschlägige 
Fachliteratur.  
Auf Grundlage dieser Studienergebnisse wer-
den folgende Handlungsempfehlungen abgelei-
tet:  
Analyseraster Lernförderlichkeit: Zur Unter-
stützung einer breiten Sicht auf betriebliches 
Lernen sind die Unternehmenskultur, die Ge-
staltung der Arbeitsorganisation und der Ar-
beitsplätze gezielt auf ihre Lernförderlichkeit hin 
zu durchleuchten. Ein Analyseraster soll dabei 
helfen.  
Innerbetriebliche Weiterbildung: Industrie 4.0 
erfordert von den Unternehmen einen bewuss-
ten Blick auf die innerbetriebliche Weiterbil-
 
 
&
        

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