Full text: Wirtschaftspolitik - Standpunkte 2017 Heft 25 (25)

Primäres Ziel der AK-Erhebung ist ein Ver-
gleich der Großhandelspreise von Strom und 
Gas mit den Energiearbeitspreisen
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 der öster-
reichischen Strom- und Gaslieferanten für 
HaushaltskundInnen (die ausgewählten Strom- 
und Gaslieferanten finden sich im Anhang). 
Untersucht wurde, ob die – grundsätzlich be-
rechtigte – Annahme, dass der reine Haus-
halts-Energiearbeitspreis für Strom und Gas 
(der weder Grundpreis, noch Netzentgelte 
oder Umsatzsteuer etc. enthält) eine analoge 
Entwicklung zu den Großhandelspreisen auf-
weist, auch einen empirischen Niederschlag 
findet.  
Im Energiepreis-Monitor wurden die Daten im 
Vergleichszeitraum Juli 2008 bis Februar 2017 
analysiert. Dabei zeigt sich allerdings, dass 
sich ein Steigen der Großhandelspreise im 
Haushalts-Energiepreis deutlich stärker nieder-
schlägt als Preissenkungen. Letztere werden 
offensichtlich nur zögerlich bzw. unzureichend 
an die Haushalte weitergegeben. Erst mit der 
Aktion „Energiekosten-Stop“ vom Verein für 
Konsumenteninformation (VKI) und durch ein 
vermehrtes Auftreten von reinen Energiehan-
delsunternehmen ist seit Mitte 2015 eine er-
höhte Dynamik zu beobachten. Deutlich öfter 
wechseln Haushalte ihre Strom- und Gasan-
bieter, und es sind häufiger Preisanpassungen 
für diese KundInnengruppe zu beobachten. 
Den Analyse-Daten liegen die Gas- und Strom-
preisindizes der Österreichischen Energie-
agentur sowie Erhebungen bei Energieanbie-
tern zugrunde.  
Die Großhandelspreise für Strom und Gas sind 
grundsätzlich von hoher Volatilität geprägt. 
Nach einem deutlichen Preisauftrieb im Herbst 
2008 sind der Strom- und Gas-
Großhandelspreis relativ rasch wieder gesun-
ken. Danach differenzierte sich jeweils die Ent-
wicklung von Gas und Strom auf Großhandels-
ebene, jedoch nicht auf Haushaltsebene.  
Die Strom-Großhandelspreise – gemäß dem 
Österreichischen Strompreisindex (ÖSPI) – 
stürzten nach dem kurzfristigen absoluten Hoch 
im Jänner 2009 (+18,1% im Vergleich zum Aus-
gangswert Juli 2008) regelrecht ab und verharr-
ten in der Folge auf verhältnismäßig niedrigem 
Niveau. Seit dem Zwischenhoch im Jänner 
2012 (+13,1% gegenüber Jänner 2011 aber –
11,8% gegenüber Juli 2008) befanden sich die 
Strom-Großhandelspreise auf einer konstanten 
Talfahrt, welche im November 2016 ihren abso-
        

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