Full text: Wirtschaftspolitik - Standpunkte 2018 Heft 29 (29)

Eine umfassende und vorausschauende Ener-
gie- und Klimastrategie hat die zentrale Aufga-
be – quasi auf der Meta-Ebene – alle Maßnah-
men, Strategien und Instrumente aufeinander 
abzustimmen und im Hinblick auf ihre gesamt-
wirtschaftlichen Wirkungen zu betrachten. 
Denn die erforderliche breite Akzeptanz kann 
nur erreicht werden, wenn die Maßnahmen 
und Strategien auch einen Beitrag zur Verbes-
serung der Beschäftigungs- und Verteilungsla-
ge leisten.  
Folgende 5 Punkte sind wesentlich für eine 
erfolgreiche Klima- und Energiestrategie: 
Im Rahmen der Energie- und Klimapolitik 
kommt der Reduktion des Energieverbrauchs 
bzw. der Steigerung der Energieeffizienz eine 
zentrale Rolle zu – diese ist nicht nur für einen 
geringeren CO2-Ausstoß wichtig, sondern 
auch für eine Verringerung der Importabhän-
gigkeit und damit für eine Erhöhung der Ver-
sorgungssicherheit. Ein effizienter Energieein-
satz führt zu geringeren Energiekosten für pri-
vate Haushalte und Unternehmen und ist da-
mit für die energieintensive Industrie ebenso 
wie für einkommensschwache Haushalte von 
besonderer Bedeutung: Er reduziert die Ener-
giekosten nachhaltig. 
Es muss uns gelingen, die Potenziale der Ener-
gieeffizienz voll auszuschöpfen. Denn nur 
wenn der Energieverbrauch wie geplant redu-
ziert und zusätzlich die erneuerbare Strom- 
und Wärmeproduktion massiv ausgebaut wird, 
kann es gelingen, sich von fossilen Energieträ-
gern unabhängig zu machen. Ohne ambitio-
nierte, verbindliche und quantifizierte Ziele für 
die Energieeffizienz unter Einbeziehung aller 
Sektoren, insbesondere auch des Verkehrsbe-
reichs, wird das nicht gehen.  
Obwohl der Energieeffizienz in allen politischen 
Reden höchste Priorität eingeräumt wird, spie-
gelt sich dies in der politischen Entscheidung 
nicht wider. Auf EU-Ebene wird derzeit unter 
dem Titel „Saubere Energie für alle EuropäerIn-
nen“ ein neues und umfassendes EU-
Energiepaket für 2030 verhandelt. Teil davon ist 
auch eine Änderung der Energieeffizienz-
Richtlinie für 2030. Während sich EU-Parlament 
und EU-Kommission für ein verbindliches EU-
weites Energieeffizienzziel für 2030 ausspre-
chen, findet sich im EU-Rat – als Vertretungsor-
gan der EU-Mitgliedstaaten – dafür noch keine 
ausreichende Mehrheit. Ein verbindliches Ziel 
auch auf Ebene der Mitgliedstaaten, wie von 
der AK gefordert, wird nicht einmal mehr er-
wähnt.  
Dabei spricht alles dafür, die Energieeffizienz 
als Chance zu nutzen und mit Hilfe eines ver-
besserten Energieeffizienzgesetzes diese aktiv 
voranzutreiben. 
Eine Reduktion des Energieverbrauchs ist die 
Grundvoraussetzung, um die klimapolitischen 
Ziele zu erreichen.  
Die Energie muss aber auch nachhaltig herge-
stellt werden. Da Elektrizität klimafreundlich 
erzeugt werden kann und vielfältig verwendbar 
ist, kommt ihr dabei eine zunehmende Bedeu-
tung zu.  
Das heißt, selbst wenn es gelingt, den Energie-
verbrauch insgesamt zu senken, wird die Nach-
frage nach Strom weiter zunehmen. Um diese 
steigende Nachfrage zu decken, muss in Öster-
reich – nach aktuellen Prognosen – allein bis 
2030 um mindestens 40% (also rund 25 TWh
        

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