Full text: Die Freizeitoption in Kollektivverträgen (143)

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hervorgehoben: im Gegensatz zum Urlaub und Gleitzeitstunden verfällt die Zeit aus der Freizeitoption nicht 
und kann demnach angespart werden und der Verbrauch kann seitens der Betriebsleitung nicht erzwungen 
werden; Ein Arbeitnehmer mit All-In-Vertrag verwendet die Freizeitoption als Alternative zur Gleitzeit (die in 
seinem Vertrag ja nicht vorgesehen ist), um sich auch manchmal Brückentage frei nehmen zu können. Ver-
einzelt wurden der hohe Arbeitsdruck sowie die Möglichkeit zur besseren Einteilung der Arbeitsanforderun-
gen als Gründe für die Freizeitoption genannt. 
Insgesamt waren alle Befragten mit ihrer Entscheidung für die Freizeitoption zufrieden. Immerhin fünf der 
neun Personen würden die Freizeitoption sogar noch ein zweites Mal in Anspruch nehmen, wenn dies mög-
lich wäre. Jene, die dies ablehnten, nannten vor allem den wiederholten finanziellen Verlust als Grund, wa-
rum sie die Freizeitoption wohl eher nicht sofort ein zweites Mal ziehen würden. 
 
Gründe für die Lohn-/Gehaltserhöhung 
In der Gruppe jener ArbeitnehmerInnen die sich gegen die Freizeitoption und für die Lohn-/Gehaltserhöhung 
entschieden haben, waren – wiederum wenig überraschend – vor allem finanzielle Aspekte ausschlaggebend. 
Rund die Hälfte der Befragten meinte, das zusätzliche Geld dringend für Kinder und Familie zu brauchen. 
Andere entschieden sich schlicht aufgrund einer rationalen Abwägung gegen die Freizeitoption. Hier zeigte 
sich eine starke Verknüpfung des einmaligen Einkommensverlusts mit einem auf die Zukunft orientierten 
Sicherheitsdenken. Die Kumulierung des einmaligen Entgeltverzichts durch Zinseszinsen sowie die resultie-
rende Reduktion des Pensionsanspruchs wurden diesbezüglich als wichtige Faktoren für die Entscheidung 
genannt. Ein weiterer Grund gegen die Freizeitoption war die Angst, die zusätzlichen Freistunden aufgrund 
des hohen stehenden Urlaubs bzw. der hohen Arbeitsbelastung ohnehin nicht konsumieren zu können. Ver-
einzelt wurde auch die Meinung vertreten, dass zusätzliche Freizeit gar nicht notwendig sei – bspw. weil die 
Lebenspartnerin über weniger Urlaubstage verfüge oder die Kinder zu den Zeiten, in denen die Freizeit vo-
raussichtlich in Anspruch genommen werden könnte, in der Schule sind. 
 
Schlussfolgerungen 
Aus den oben in aller Kürze zusammengefassten Aspekten, leiten Gerold/Nocker auf Basis der Aussagen der 
interviewten ArbeitnehmerInnen drei Thesen über die Inanspruchnahme und Ablehnung der Freizeitoption 
ab: 
 
1. Für ArbeitnehmerInnen mit höherem Qualifikations- bzw. Bildungsniveau lässt sich eine intrinsische 
Motivation für zusätzliche Freizeit vermuten. Das bedeutet, Freizeit bedeutet für diese Gruppe einen 
Wert an sich, der vergleichsweise hoch eingeschätzt wird und finanzielle Nachteile mehr als auf-
wiegt.
        

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