Full text: Tumpel: Regierung muss den Arbeitsmarkt bei der EU-Erweiterung schützen (3)

AK FORDERT „ÖSTERREICH-PAKET“ FÜR DIE ERWEITERUNG Sieben von zehn Österreichern sagen, dass mit der EU- Osterweiterung auch viele Probleme auf Österreich zu- kommen werden – sie haben Recht. Viele Arbeitsplätze werden unsicher, der Druck auf dem Arbeitsmarkt wird größer, der Schwerverkehr auf den Straßen wird ganz drastisch ansteigen. Die Regierung will davon nur wenig hören. Sie redet lie- ber von den Chancen der Erweiterung, vor den Risiken der Erweiterung macht die Regierung die Augen zu! Es wird schon gutgehen, ist das Motto der Regierung. Die Osterweiterung ist aber kein Experiment, bei dem man gespannt schaut, was rauskommt. Die EU-Erweiterung muss gut vorbereitet werden. Und dafür macht die Re- gierung zu wenig. Damit nicht die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer die Verlierer der Erweiterung werden, fordert die AK ein „Österreich-Paket“ für die EU-Osterweiterung. Wir brau- chen ganz dringend:  Schutz für den Arbeitsmarkt – durch eine Übergangs- frist, die hält, durch einen Stopp der so genannten Be- schäftigungsabkommen, durch harte und konsequen- te Strafen gegen organisierte Schwarzunternehmer.  Mehr Geld für die Bildung – die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer haben ein Recht darauf.  Den raschen Ausbau von Schiene und Straße – damit Österreich nach der Erweiterung nicht im Lkw-Verkehr erstickt.  Eine Regierung, die in Brüssel darauf schaut, dass die österreichischen Interessen nicht unter die Räder kom- men. Die Erweiterung kann nur klappen, wenn sie für alle fair abläuft. Es kann nicht sein, dass einige wenige gewinnen und die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer zahlen drauf. Die AK will gute Chancen für die Arbeitnehmerin- nen und Arbeitnehmer auch im neuen Europa. DIE REGIERUNG MUSS ÖSTERREICHISCHE ARBEITSPLÄTZE SCHÜTZEN Am 1. Mai treten zehn neue Länder der EU bei. In vielen dieser Länder ist die Arbeitslosigkeit sehr hoch. In der Slowakei sind 18 Prozent arbeitslos, in Polen 20 Prozent. Bei den Jungen hat jeder Dritte keine Arbeit – und die Arbeitslosigkeit wird weiter steigen. Viele wollen dann in der EU Arbeit suchen, auch in Öster- reich. Weil sie bei uns viel mehr verdienen können. Ar- beiterkammer und Gewerkschaften haben daher Über- gangsfristen durchgesetzt, zum Schutz für den Arbeits- markt. Bis auf Irland haben alle Länder der EU jetzt auch solche Übergangsfristen beschlossen, damit nicht jeder der will, auch automatisch arbeiten kommen kann. Diese Übergangsfrist ist höchstens sieben Jahre lang – sie ist notwendig und sie muss halten! Viele Unterneh- mer, aber auch Regierungsmitglieder meinen aber jetzt, dass der österreichische Arbeitsmarkt diesen Schutz nicht braucht. Der Anreiz, in Österreich zu arbeiten, ist nicht so groß, heißt es. Viele Studien zeigen, dass das nicht stimmt. Die Lohnunterschiede sind groß und sie werden es noch lange bleiben. AK Präsident Herbert Tumpel: „Wer etwa von Bratis- lava nur 66 Kilometer nach Wien pendelt, kann sein Gehalt versechsfachen. Diese großen Einkommens- unterschiede wird’s noch viele Jahre geben. Es stimmt daher nicht, dass ohnehin niemand in Öster- Die Lohnunterschiede zu den Beitrittsländern sind groß und werden es noch lange bleiben Tschechische Republik 460 € Slowakische Republik 300 € Ungarn 470 € Österreich 2.140 € Slowenien 930 €

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