Full text: Verteilung der Vermögen in Österreich (10)

4Aktuell
Neben diesen reichsten 5% gibt es noch 15% ver-
mögende Haushalte. Das sind Haushalte, deren 
Vermögen zwischen 330.000 und 980.000 Euro liegt. 
Diese 15% vereinen beinahe 30% des Bruttover-
mögens auf sich.  Die obersten 20% aller privaten 
Haushalte Österreichs besitzen somit drei Viertel des 
gesamten Bruttovermögens.
Die restlichen 80% der Haushalte teilen sich das 
verbliebene Vermögensviertel (siehe Grafik 2). Davon 
entfällt der Löwenanteil des Vermögens auf Haus-
halte der „oberen Mitte“, die im Durchschnitt über 
ca. 200.000 Euro verfügen. Sie halten über 20% des 
Gesamtvermögens.  Somit verbleibt für die vermö-
gensärmere Hälfte (50%) aller privaten Haushalte 
weniger als 4% des gesamten Bruttovermögens, 
rund 40 Mrd. Euro. Im Durchschnitt haben diese 
Haushalte ein Bruttovermögen von 22.000 Euro. Die 
untersten 25% der österreichischen Haushalte halten 
nur noch ein Vermögen von unter 11.000 Euro.
Wie setzt sich das Vermögen zusammen?
Die Arten von Vermögen, die Haushalte besitzen, sind 
sehr unterschiedlich. Beinahe alle Haushalte haben 
zB ein Girokonto, aber vermögensreiche Haushalte 
halten weit häufiger Aktien und Unternehmensbetei-
ligungen (inklusive Landwirtschaften) als Haushalte in 
den unteren 50%.
Der größte Teil des Vermögens österreichischer Haus-
halte ist Sachvermögen. Laut OeNB-Erhebung hat es 
eine Höhe von 886 Milliarden Euro. Sein hoher Anteil 
von 83% ergibt sich aus der großen Bedeutung von 
Immobilien und Unternehmensbeteiligungen. Selbst-
genutzte Wohnungen und Wohnhäuser machen über 
44% des gesamten Bruttovermögens aus, Immobilien 
gesamt 55%. Unternehmensbeteiligungen (inklusive 
Landwirtschaften) haben einen Anteil von fast einem 
Viertel.
Das Finanzvermögen in Höhe von 176 Milliarden Euro 
macht lediglich 17% des Bruttovermögens aus. An 
der Erhebung haben allerdings keine „superreichen“ 
Haushalte teilgenommen. Diese halten jedoch als ein-
zige Gruppe größere Teile ihres Vermögens in Finanz-
titeln. Deshalb ist die Höhe des Finanzvermögens 
insgesamt deutlich untererfasst.
Die Verschuldung der privaten Haushalte ist mit 63 
Milliarden Euro oder 6% des Bruttovermögens relativ 
gering. Das Nettovermögen (Bruttovermögen minus 
Schulden) machte damit rund 999 Mrd. Euro im Jahr 
2010 aus.
Wie wird die Vermögensschieflage gemessen?
Die ausgeprägte Ungleichheit in der Verteilung von 
privatem Vermögen zeigt sich auch in Verteilungs-
kennzahlen. Eine wichtige ist der Gini-Koeffizient. Er 
liegt zwischen den Werten 0 und 1, wobei 0 eine voll-
ständige Gleichverteilung bedeutet und 1 eine Ver-
teilung, bei der ein Haushalt das gesamte Vermögen 
hat. Der Gini-Koeffizient für Einkommen, die in Öster-
reich nach Steuern und Transfers weniger ungleich 
verteilt sind, liegt bei 0,26. Der Gini-Koeffizient für 
das Bruttovermögen privater Haushalte in Österreich 
beträgt 0,73.
Die Vermögenskonzentration ist aber aller Wahr-
scheinlichkeit noch extremer als in der Studie darge-
stellt. Denn bei der Erhebung der Oesterreichischen 
Nationalbank ist kein einziger Milliardärs-Haushalt 
erfasst worden. Vermögende Haushalte lehnen eine 
Teilnahme an Untersuchungen zu Einkommen und 
Grafik 3. Die Zusammensetzung des Bruttovermögens 
österreichischer Haushalte, 2010
Quelle: HFCS Austria 2010, OeNB 
l   Immobilien  
55%
l   Unternehmens- 
beteiligungen  
24%
l   Finanzvermögen  
17%
l   Anderes Sachvermögen  
4%
        

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