Full text: Arbeitszeitrecht (8)

5Verbrauch von Zeitguthaben fehlt. Somit darf zwar der 
Verbrauch in ganzen Tagen nicht ausgeschlossen sein, 
jedoch ist der tatsächliche Verbrauch immer von der 
Zustimmung der ArbeitgeberIn abhängig. Ein Recht 
zum nennenswerten bzw als „Flexibilität“ für Arbeit-
nehmerInnen kolpor tierten einseitigen Verbrauch von 
Zeitguthaben gibt es nur bei Gleitzeitvereinbarungen 
ohne Kernzeit. Diese Form einer Gleitzeit ist in der 
Praxis jedoch sehr selten. Erst nach Ablauf von sechs 
Monaten ab Ende der Gleitzeitperiode kann der/die 
ArbeitnehmerIn den Zeitpunkt des Zeitausgleichs unter 
Einhaltung einer Vorankündigungsfrist von vier Wochen 
einseitig bestimmen. Es sind somit ab 1. September 
2018 zuschlagsfrei 60-Stunden-Wochen im Rahmen 
der Gleitzeit möglich. 
Rückschritt statt Fortschritt in der Arbeitszeitpolitik…
Die neue gesetzliche Festlegung, dass von dem/
der Arbeit geberIn angeordnete Arbeitsstunden über 
die Normal arbeitszeit hinaus als Überstunden 
Künftig sollen bei Gleitzeit unter gewis-
sen Voraussetzungen bis zu 12 Stunden 
täglich zuschlagsfrei möglich sein. Das 
bedeutet, dass Plusstunden innerhalb der 
Gleitzeitperiode nur mit Zeitausgleich 
eins zu eins ausgeglichen werden.
tigungswürdigen Interessen der ArbeitnehmerInnen 
dem entgegenstehen, weiterhin aufrecht.
Ab 1.9.2018 Realität: Der 12-Stunden-Tag bei Gleitzeit
Derzeit beträgt die maximale Grenze der zu-
schlagsfreien Normalarbeitszeit bei Gleitzeit täglich 
10 Stunden. Künftig sollen bei Gleitzeit unter gewissen 
Voraussetzungen bis zu 12 Stunden täglich zuschlags-
frei möglich sein. Das bedeutet, dass Plusstunden 
innerhalb der Gleitzeitperiode nur mit Zeitausgleich 
1:1 ausgeglichen werden. Das Gesetz sieht ab 1. Sep-
tember 2018 vor, dass die tägliche Normalarbeitszeit 
auf bis zu 12 Stunden ausgedehnt werden kann, wenn 
die Gleitzeitvereinbarung vorsieht, dass ein Zeitgut-
haben ganztägig verbraucht werden kann und ein 
Verbrauch in Zusammenhang mit einer wöchentlichen 
Ruhezeit nicht ausgeschlossen ist. 
Wie eine derartige Regelung in der Praxis umgesetzt 
werden soll, bleibt mehr als fraglich. Genügt es, wenn 
der/die ArbeitnehmerIn nur einen einzigen Gleittag in 
der Gleitzeitperiode konsumieren kann? Auch wenn 
ein Verbrauch in Zusammenhang mit einer wöchent-
lichen Ruhezeit nicht ausgeschlossen ist, stellt sich 
die Frage, was in denjenigen Fällen passiert, in denen 
Arbeit geberInnen dies einfach nicht zulassen. Ein 
einseitiges Recht, das Wochenende durch Verbrauch 
von Zeitguthaben zu verlängern, ist im Gesetz nicht 
verankert. Auch ein Rechtsanspruch auf einseitigen ?
        

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