Full text: Das Recht der Arbeit - Heft 338 (338)

Neue Bücher
372 DRdA ? 3/2012 ? Juni
Tomandl (Hrsg)
Arbeitsverfassungsgesetz
Gesamtwerk inkl 8. ErgLfg, Verlag Österreich, Wien 2011, 
Stand: Mai 2011, ca 1700 Seiten, € 220,–
Als Mitherausgeber eines Konkurrenzwerkes ist neidlos 
festzuhalten, dass es Theodor Tomandl geglückt ist, durch die 
Auswahl von wissenschaftlich ambitionierten AutorInnen aus 
unterschiedlichen Generationen von Wissenschaftern, seinen 
ArbVG-Kommentar beinahe vollständig vorzulegen. Gute und 
zuverlässige AutorInnen für Kommentierungen sind rar, dem 
Herausgeber gebührt Respekt. Wie bei allen Kommentie-
rungen mit unterschiedlichen AutorInnen sind die einzelnen 
Kommentierungen sehr unterschiedlich ausgefallen. Es ist 
allerdings für einen Herausgeber im Stadium der Werkerstel-
lung kaum mehr möglich, diese unvermeidbaren Unterschie-
de auszugleichen. Zuerst zu den Formalien: Unübersichtlich 
ist das Inhaltsverzeichnis, da wäre eine Heraushebung der 
Zwischenüberschriften ebenso wie ein Hinweis auf die Person 
des/r Kommentators/in sinnvoll. Auch ein AutorInnenver-
zeichnis sucht man vergeblich. Sehr hilfreich ist demgegen-
über die gesonderte Anführung der Entstehungsgeschichte 
und der Materialien zu Beginn jedes Paragraphen.
Es ist hier nicht der Platz, auf die zahllosen abgehan-
delten Einzelprobleme in den jeweiligen Kommentierungen 
einzugehen, insoweit verweise ich etwa auf meine Kom-
mentierungen in Strasser/Jabornegg/Resch. Inhaltlich wenig 
findet man in der Kommentierung von Winkler zu § 110 
oder zu den §§ 111 f und §§ 115 ff, wobei Winkler auch im 
Zuge seiner jüngsten Aktualisierung deutlich umfangreichere 
Kommentierungen in Parallelwerken nicht einmal erwähnt. 
Vor allem bei § 110, aber auch bei den §§ 115 ff hätte man 
wesentlich mehr bringen müssen. Tomandl hat eine gute 
Hand bei der Einbindung der nächsten Generation: Nicht 
unwesentliche Teile des Kommentars wurden von Kietaibl 
(als Alleinautor der Paragraphen zur Betriebsvereinbarung 
und der „neuen“ §§ 171 ff) und Pacic (§§ 61 bis 65 und § 82) 
verfasst. Im Übrigen setzt Tomandl auf längst bewährte Auto-
rInnen: Das Wiener Institut hat offensichtlich die Hauptlast 
der Kommentierung getragen. So werden etwa umfangreiche 
Passagen von Windisch-Graetz, Risak, Brodil, Schrank und 
Rebhahn (die §§ 33 bis 35 gemeinsam mit Kietaibl) kommen-
tiert. Der Kommentar zeigt sich somit auch als eindrucksvol-
les Leistungsverzeichnis des Wiener Arbeitsrechtsinstituts. 
Unglaubliche Arbeit hat M. Binder bei der Kommentierung der 
§§ 94 bis 97 geleistet, welche eine weit gehend vollständige 
und kritische Aufarbeitung des wirklich umfangreichen Mate-
rials zu den genannten Mitbestimmungstatbeständen bringt. 
Die akribische Aufarbeitung der einzelnen Mitbestimmungs-
tatbestände erweist sich als echte Fundgrube. Aus anderen 
Instituten konnte Tomandl als Autoren neben M. Binder auch 
Runggaldier (Kollektivvertragsrecht) und Mosler (§§ 83 und 
89 ff) gewinnen.
Der Kommentar von Tomandl bietet eine sehr gute 
Ergänzung und Belebung der bereits bisher sehr weit gehen-
den wissenschaftlichen Aufarbeitung des ArbVG. Herausge-
ber und AutorInnen haben zweifelsohne eine große Arbeit 
geleistet.
REINHARD RESCH (LINZ)
Hopf/Mayr/Eichinger
GlBG – Novelle 2011
Ergänzungsband, Manz Verlag, Wien 2011, XVI, 362 Seiten, 
gebunden, € 76,–
Wer mit den rezenten Änderungen im Gleichbehand-
lungsrecht arbeiten muss, wird den vorliegenden Kom-
mentar begrüßen. Der Ergänzungsband zum großen, 2009 
erschienenen und mittlerweile als Standardwerk etablierten 
GlBG-Kommentar von Hopf/Mayr/Eichinger ermöglicht es, 
sich relativ rasch in der letzten Novelle zum GlBG, BGBl I 
2011/7, zurechtzufinden. Diese hatte erstens die Systema-
tik des GlBG geändert und auch neue Nummerierungen 
gebracht. So wurde der Diskriminierungsbegriff für alle Diskri-
minierungsgründe um die sogenannte Diskriminierung durch 
Assoziierung erweitert; ein neuer Teil III regelt nunmehr die 
geschlechtsspezifische und ethnische Diskriminierung beim 
Zugang zu Gütern und Dienstleistungen in gemeinsamen 
Bestimmungen, uam. Dann brachte die Novelle eine Reihe 
inhaltlicher Neuerungen, so die Verpflichtungen, innerbetrieb-
liche Einkommensberichte zu legen und in Stelleninseraten 
das kollektivvertragliche Mindestentgelt anzugeben. Neben 
den zum Teil schrittweise 2011 in Kraft getretenen oder erst 
2012, 2013 und 2014 in Kraft tretenden Änderungen und 
Neuerungen im GlBG stehen institutionelle und verfahrens-
rechtliche Anpassungen im GBK/GAW-G sowie inhaltliche 
Anpassungen im BEinstG. Die Orientierung in der Novelle 
2011 ermöglichen zunächst ein Literaturverzeichnis, konsoli-
dierte Gesetzestexte mit Hervorhebungen der Änderungen im 
Fettdruck und eine Überblicksdarstellung; besonders hilfreich 
ist die gesonderte Kommentierung der neuen Systematik des 
GlBG, die durch übersichtliche Listen zu Umnummerierungen 
und Änderungen sowie durch eine Synopse ergänzt wird. 
Darauf erst folgt die Kommentierung der einzelnen neuen 
Bestimmungen in GlBG, GKB/GAW-G und BEinstG in der 
bewährten Form des Kommentars 2009 (Gliederung durch 
Randzahlen, Nachweise in Fußnoten). Die optimale Benütz-
barkeit in der praktischen und auch wissenschaftlichen Arbeit 
gewährleisten darüber hinaus Anhänge (Geschäftsordnung 
der Gleichbehandlungskommission; parlamentarische Mate-
rialien einschließlich Textgegenüberstellungen; Leitfaden der 
Bundesministerin für Frauen und öffentlichen Dienst zur 
Erstellung eines Einkommensberichts).
Die neuen Einkommensberichte zeigen, wie schnell Dis-
kussionen voranschreiten; neben die im Literaturverzeichnis 
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