Full text: Das Recht der Arbeit - Heft 340 (340)

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550 DRdA ? 5/2012 ? Oktober
und kommt dieser vor allem in den zitierten Entscheidungen 
vor. Ein Abdruck der gesamten Norm (oder noch besser: 
des gesamten AGG) würde es dem/der LeserIn wesentlich 
erleichtern, der Argumentation zu folgen.
An anderen Stellen wird dies noch deutlicher, erweist sich 
doch gerade das AGG als jenes Gesetz, das offenbar das 
Kündigungsschutzrecht in umfassender Weise beeinflusst – 
und selbst dann, wenn man die Meinung verträte, Letzteres 
bliebe vom AGG unberührt. In der Kommentierung zeigt sich 
dies besonders deutlich darin, dass die so bedeutende Frage, 
ob das Antidiskriminierungsrecht auf das Kündigungsschutz-
recht Einfluss habe, beschränkt einwirke oder dieses gar nicht 
tangiere, keineswegs auf die S 1200 bis 1206 reduziert bleibt. 
So findet man beispielsweise eine überaus umfassende Aus-
einandersetzung mit der Thematik bei Mayer (ab S 122) im 
Kontext mit der Kleinbetriebsregelung. Hier wird ausführlich 
auf die Rsp – sowohl der nationalen Gerichte als auch des 
EuGH – sowie auf die dazu vorliegenden Lehrmeinungen 
eingegangen. Die Diskussionen erinnern übrigens stark an 
jene, die seit den Fünfzigerjahren des vorigen Jahrhunderts in 
Österreich über das Verhältnis von sittenwidrigen Kündigungen 
und Kündigungsschutz im Allgemeinen und in Kleinstbetrieben 
geführt wurden. In der Kommentierung von Mayer wächst 
das Bedürfnis nach einer Lektüre des gesamten AGG noch 
stärker an. In inhaltlicher Hinsicht irritiert ein wenig, dass hier 
in diesem Abschnitt im Kontext mit dem Kleinbetrieb ein dif-
ferenzierendes Ergebnis erzielt wird, das dem § 2 Abs 4 AGG 
außerhalb des Kleinbetriebs letztlich doch eine umfassende 
(Ausschluss)Wirkung zugesteht – unter starker Konzentration 
auf die aus § 15 AGG folgenden Argumente –, während an 
anderen Stellen eher selbstverständlich von einer großzügigen 
Restriktion der Ausschlusswirkung des § 2 Abs 4 AGG aus-
gegangen wird und mit der – wohl hM – die Grundsätze des 
AGG (insb auch des § 10 AGG) etwa im Zuge der Prüfung der 
sozialen Rechtfertigung generell angewendet werden (vgl zB 
Gallner/Mestwerdt 497 ff; aber auch Nägele 1200 ff).
Nicht zuletzt diese ausgewählten Passagen zeigen aber, 
dass der HK nicht nur an Umfang, sondern auch an Qualität 
gewonnen hat. Wenn sich dabei vereinzelte Wertungen zum 
AGG da und dort auf die 1900 Seiten verteilt finden und immer 
wieder neue Blickpunkte eröffnen, so spiegelt dies nur den all-
gemein belasteten Umgang mit dem Antidiskriminierungsrecht 
in nationalen Rechtsordnungen wider – und darin unterschei-
det sich die deutsche Rechtsordnung nicht maßgeblich von 
der österreichischen. Ob es iSd Übersichtlichkeit vernünftiger 
wäre, eine umfassende Darstellung des Verhältnisses von 
Antidiskriminierungsrecht und Kündigungsrecht als gemein-
same Position der KommentarautorInnen an den Beginn zu 
stellen, sei dahingestellt. Jedenfalls wäre es wünschenswert, 
an einer Stelle alle für das Kündigungsrecht potentiell maß-
geblichen Bestimmungen des AGG abzudrucken.
Zusammenfassend darf festgehalten werden, dass der HK 
zum Kündigungsschutzrecht in vielfacher Weise angewachsen 
ist – nicht nur an Umfang, sondern auch an Qualität!
BARBARA TROST (LINZ)
Grundei/Karollus (Hrsg)
Berufssportrecht V – Doping im Mannschaftssport
Jan Sramek Verlag, Wien 2011, XII, 163 Seiten, € 39,90
Dem Untertitel entsprechend bildet der Beitrag von 
Schaar „Das nationale Dopingverfahren der NADA Austria“ 
den Mittelpunkt dieses Bandes. Eine gewisse Nähe zum 
Generalthema weisen noch der Beitrag von Broll „Gericht-
licher Rechtsschutz bei fehlerhafter Durchführung und Wer-
bung von Sportwettbewerben“ sowie der von Joklik „Außer-
gerichtliche Streitbeilegung im Sport – Eine aktuelle Entschei-
dung“ auf. Wohl etwas abseits vom Generalthema behandelt 
Manuel Mayr „Verletzungen im Mannschaftssport aus zivil-
rechtlicher Sicht“. Von vornherein eine eigenständiger Rolle 
in diesem Werk spielen die Beiträge von Resch „Erfahrungen 
mit dem Punktesystem im österreichischen Eishockeysport“ 
und der überaus wichtige Beitrag von Schürz „ Rechtssitua-
tion Minderjähriger im Sport“, der dem Umstand Rechnung 
trägt, dass immer öfter bereits mit Jugendlichen Verträge 
ihre Sportsausübung betreffend geschlossen werden. Die 
diesbezüglichen Schranken der Vertragsgestaltung werden 
in diesen Ausführungen umfassend dargelegt.
Den Abschluss des Bandes bildet in bewährter und 
verdienstlicher Weise die Darstellung der Judikatur aus dem 
Sportrechtsbereich im Jahr 2010 durch Stadler.
WOLFGANG HOLZER (GRAZ)
Adolphsen/Nolte/Lehner/Gerlinger (Hrsg)
Sportrecht in der Praxis
Kohlhammer Verlag, Stuttgart 2011, 756 Seiten, kartoniert, 
€ 124,90 (inkl CD-ROM)
Das vorliegende Werk darf als Meilenstein in der Sport-
rechtsliteratur bezeichnet werden. In 17 Kapiteln werden alle 
nur erdenklichen rechtlichen Implikationen der Sportaus-
übung in lesenswerter Gründlichkeit erörtert. Der Umfang 
des Werkes macht es nur möglich, seinen Inhalt anhand der 
Kapitelüberschriften zu umreißen.
Auf eine Einführung folgt der Abschnitt Staats- und 
Europarecht. Weiter geht es mit der Behandlung von Ver-
bands- und Satzungsrecht sowie dem Verhältnis des Ath-
leten zum Verband. Behandelt werden ferner sowohl das 
Vereinsmanagement als auch das Sportlermanagement. Es 
folgen die Kapitel „Arbeitsrecht im Sport“ und das „Sporthaf-
tungsrecht“. Besondere Hervorhebung aus österreichischer 
Sicht verdient der Abschnitt über die Schiedsgerichtsbarkeit 
und das Internationale Sportrecht, weil die diesbezüglichen 
Ausführungen in vollem Umfang für das österreichische 
Recht relevant sind. Weiters werden das Dopingverfahren 
und seine Sanktionen, der Sport im Strafrecht, im Kartell-
recht und im Steuerrecht behandelt. Ein Kapitel befasst sich 
mit dem Sponsoring, ein weiteres mit Verträgen zu Medien. 
Auch dem Sport-eventmanagement ist ein Kapitel gewidmet. 
Abschließend wird die Auswirkung eines Insolvenzverfahrens 
auf die Sportausübung untersucht.
Als durchwegs prominente AutorInnen wirken neben den 
Herausgebern die Herren Breucker, Franke, Fross, Göttsche, 
Heim, Hoefer, Körber, Kreißig, Niese, Rain, Rössner, Striegel, 
Templeton, Truse, Wehrheim und Wüterich sowie die Damen 
Möller und Spindler mit.
Das Werk darf auch in Österreich in keiner Bibliothek 
eines mit Sportrecht befassten, sei er in Lehre, Rsp oder 
Praxis tätig, fehlen.
WOLFGANG HOLZER (GRAZ)
        

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