Volltext: DRdAinfas - 2020 Heft 4 (4)

DRdA-infas n 4/2020 n August308 BUCHBESPRECHUNGEN ? NEUE BÜCHER Gagawczuk/Gahleitner/Leitsmüller/Lugger/Preiss/ Schneller Der Aufsichtsrat – Ratgeber 3. Auflage, Verlag des ÖGB, Wien 2019, 276 Seiten, Paperback, € 36,- Die schon dritte Auflage des bewährten Ratge- bers berücksichtigt die gesetzlichen Neuerungen seit der zweiten Auflage 2011. In den Ausführungen und Ratschlägen werden insb das Abschlussprü- fungsrechts-Änderungsgesetz (APRÄG), die Straf- rechtsreform 2015, bilanzrechtliche Erneuerungen sowie die Regelungen 2018 für die Geschlechterquo- te berücksichtigt. Der Ratgeber geht wie bisher nicht nur konkret auf die Pflichten und Rechte des Aufsichtsratsmit- glieds ein, sondern stellt diesen Ausführungen eine allgemeine gesellschaftsrechtliche Darstellung vo ran. Präzise und kurz gefasst erfolgt eine Einführung in das Gesellschaftsrecht und eine Darstellung der ver- schiedenen Rechtsformen juristischer Personen. In der Folge werden alle häufig gestellten Fra- gen zum Aufsichtsrat klar und gut lesbar behandelt. Neben übersichtlichen praktischen Darstellungen werden wiederholt Beispiele typischer Szenarien aus der Praxis im Aufsichtsrat angeführt, mit denen sich vor allem die AN-Vertreter im Aufsichtsrat aus- einandersetzen müssen. Auch die wiederholten Pra- xistipps orientieren sich meist an Fragestellungen, mit denen gem § 110 ArbVG entsandte Mitglieder des BR in den Aufsichtsrat konfrontiert sind. Ein- schlägige Rsp wird zitiert. Fehlt Rsp zum Rechten- und Pflichtenkatalog der Aufsichtsratsmitglieder wird auf jene Lehrmeinungen verwiesen, die den AutorInnen richtig erscheinen. Der Umstand unter- schiedlicher Auffassungen in der Lehre wird offen- gelegt. Der Kommentar zum Aufsichtsrat ist auch in seiner dritten Auflage eine sehr hilfreiche Unterstüt- zung für alle Mitglieder des Aufsichtsrates, die keine einschlägigen juristischen Vorkenntnisse haben. Be- sonders zu empfehlen ist der Kommentar jenen, de- nen eine Mitgliedschaft im Aufsichtsrat angetragen wird. Obwohl der Fokus seiner Ausführungen auf dem von der Belegschaftsvertretung in den Auf- sichtsrat entsandten Mitgliedern liegt, kann dieser Ratgeber auch anderen (zukünftigen) Mitgliedern eines Aufsichtsrates auf kurzem Weg erste, aber trotzdem präzise zur rechtlichen Weiterbehandlung geeignete Antworten geben. Als Mitglied eines Auf- sichtsrates kann man nicht ernst genug seine Aufga- ben wahrnehmen. Zu Recht weist der Kommentar darauf hin, dass der OGH den Sorgfaltsmaßstab für Aufsichtsratsmitglieder streng anlegt. HELMUT ENGELBRECHT Ludwig/Simon/Wagner (Hrsg) Entgrenzte Arbeit, (un)begrenzte Solidarität? Bedingungen und Strategien gewerkschaftlichen Handelns im flexiblen Kapitalismus Westfälisches Dampfboot, Münster 2019, 258 Seiten, gebunden, € 25,- Im Fokus des vorliegenden Bandes stehen ent- grenzte Arbeit und die Frage, wie gewerkschaftliche Räume der Solidarität unter Bedingungen des flexi- blen Kapitalismus geschaffen werden können. Das Buch beinhaltet, neben einleitenden Ein- führungen (Deppe, S 9-15; Ludwig/Simon/Wagner, S 16-31), zwei Kapitel, die unterschiedliche Aspekte entgrenzten Arbeitens thematisieren. Über beide Kapitel hinweg werden die konkreten Fallbeispiele jeweils von AutorInnen aus der sozialwissenschaftli- chen Forschung und aus der gewerkschaftlichen (Organisierungs-)Praxis beleuchtet. Die Zusammen- führung von Forschung und Praxis und die daraus resultierende Beleuchtung der dargestellten Fall- beispiele aus unterschiedlichen Perspektiven ist eine besondere Stärke der vorliegenden Publikation und sorgt für eine gleichermaßen spannende wie auch erhellende Lektüre. Im ersten Kapitel werden Prekarität, Dezentrali- sierung und Flexibilisierung als zentrale Dimensio- nen von Entgrenzung analysiert. Dabei geht es um folgende konkrete Beispiele: Kurze Vollzeit (Lehndorff, S 32-46; Wagner, S 47-53), Personalnot- stand in Krankenhäusern (Artus, S 54-69; Brandau, S 70-72), Crowdwork (Lorig, S 73-88; Bormann, S 89- 97), Leiharbeit (Köhler/Menz, S 98-115; Erhardt, S 116-121) sowie die Care Work Migration am Bei- spiel der 24-Stunden-Pflege in Deutschland (Becker, S 122-136; Timm, S 137-145). Im zweiten Kapitel steht die räumliche Dimensi- on entgrenzter Arbeit im Mittelpunkt, wobei unter- schiedliche transnationale Wertschöpfungsketten und Möglichkeiten transnationaler Solidarität be- leuchtet werden: die Billigfluggesellschaft Ryanair (Butollo, S 148-167; Heinz/Neumaier, S 168-174), Be- kleidungswertschöpfungsketten (López/Fütterer, S 175-191; López/Willner, S 192-197) sowie globale Automobil-Wertschöpfungsketten (Ludwig/Simon,

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