Full text: DRdAinfas - 2020 Heft 4 (4)

DRdA-infas n 4/2020 n August310 BUCHBESPRECHUNGEN gesetz [GAngG]). Ebenda sind auch die relevanten Ge- neralkollektivverträge sowie Auszüge aus der Arbeits- zeitrichtlinie der EU und deren Grundrechtecharta abgedruckt, die die Gesamtübersicht des Urlaubs- rechts abrunden. Insgesamt beinhaltet das Werk eine umfangrei- che Darstellung der wichtigsten Bestimmungen und Grundlagen des Urlaubsrechts in Österreich. Der Au- torin ist es gelungen, den Kommentar von Cerny wei- terzuführen. Insb in Hinblick auf die Aktualität und die praxisorientierte Ausrichtung ist der Kommentar, dessen Schwerpunkt auf der Erläuterung des Urlaubs- gesetzes liegt, jedem zu empfehlen, der sich mit die- ser Materie befasst. JULIA HERLER Zink (Hrsg) Arbeit und Organisation im digitalen Wandel Nomos Verlag, Baden-Baden 2019, 320 Seiten, kartoniert, € 59,- Das vorliegende Werk beschäftigt sich mit Ar- beit und Organisation im digitalen Wandel: Eine mögliche Zukunft der Arbeitswelt und deren Auswir- kungen auf den Arbeitsmarkt mit besonderem Fokus auf möglichen neuen Arbeits-, Organisations- und Führungsformen wird vorgestellt. Zur Darstellung der Thematik werden die auf zahlreichen Studien und Analysen basierenden Ausführungen durch nützliche Grafiken und Abbildungen unterstützt. Ein- gangs findet man sogleich ein hilfreiches Glossar, welches Definitionen zu Begriffen beinhaltet, die sich aufgrund der Digitalisierung zum Teil erst in den letzten Jahren etabliert bzw aufgrund dieser zuneh- mend an Relevanz gewonnen haben und deren Be- deutungsgehalt zumeist unklar, jedoch zum Ver- ständnis der weiteren Erläuterungen essentiell ist. Die AutorInnen beschränken ihre Ausführungen jedoch nicht nur darauf, digitalisierungsbedingte Än- derungen der Arbeitsorganisation aufzuzeigen. Viel- mehr werden Gestaltungsansätze und Strategien vor- gestellt, wie der digitale Transformationsprozess in- nerhalb der betrieblichen Organisation zukünftig bewerkstelligt werden könnte. Abschließend stellen die AutorInnen noch Prognosen hinsichtlich poten- zieller Auswirkungen auf den Arbeitsmarkt und die Gesellschaft an. In diesem Zusammenhang wird auch auf das medial präsente Thema des bedingungslosen Grundeinkommens eingegangen: Basierend auf einer deutschlandweit durchgeführten Umfrage werden dessen Auswirkungen auf die Arbeitsbereitschaft dargelegt und verschiedene Auszahlungsmodelle gra- phisch dargestellt. Der Herausgeber resümiert die vorangestellten Erkenntnisse dahingehend, dass man zwar noch nicht wisse, was wann in welcher Form kommen wird, aber dass es gestaltbar ist und kein Grund für Pessimismus bestehe. Die Zukunft der Arbeit sei als Gestaltungsaufgabe zu sehen, weshalb Aufbruchs- stimmung bestehe und vermittelt damit, im Gegen- satz zu zahlreichen anderen kursierenden Zukunfts- prognosen, einen positiven Eindruck. Zusammenfassend lässt sich sagen, dass es sich bei diesem Werk um eine fundierte Darstellung digi- talisierungsbedingter Änderungen der betrieblichen Organisation handelt, welches für strategische, orga- nisatorische Entscheidungen durchaus eine prakti- sche Hilfestellung darstellen kann. Für jene JuristIn- nen, die Antworten auf rechtliche Fragen betreffend möglicher Auswirkungen der digitalen Transformati- on auf das Arbeitsrecht suchen, schafft dieses Buch keine Abhilfe, da die Ausführungen rein wirtschafts- wissenschaftlicher Natur sind. ALEXANDRA HOLZER Steinacker Haftung der Organwalter Linde Verlag, Wien 2019, 272 Seiten, kartoniert, € 54,- Der Autor legt im Linde Verlag eine – nach eige- nen Angaben – zum großen Teil auf seiner Dissertati- on „Zur Auswirkung des Entgelts auf den Sorgfalts- maßstab und folglich die Haftung der Organwalter im Vereins-, Genossenschafts- und Kapitalgesellschafts- recht – Zur Analogiefähigkeit von § 24 (1) S 2 VerG“ beruhende, sehr ausführliche Darstellung der Haf- tung von geschäftsführenden Organwaltern der in Österreich weit verbreiteten Vereine, Genossenschaf- ten, GmbHs und Aktiengesellschaften vor. Die Haf- tung der Organwalter von Aufsichtsorganen wird nur in sehr geringem Ausmaß iZm GmbH und Aktienge- sellschaft beleuchtet – was keine Kritik, sondern eine Feststellung ist. Seinen Ausführungen stellt der Autor eine sehr ausführliche Literatur- und Judikaturüber- sicht voran, die hervorragend zur weiteren Vertiefung in das Thema geeignet ist. Zunächst stellt Christoph Steinacker die Begriffe „Sorgfaltsmaßstab“ und „Entgelt“ grundlegend und sehr verständlich dar. Besonders interessant – weil üb- licherweise in arbeitsrechtlichen Werken nicht beson- ders problematisiert – sind dabei seine Ausführungen zum Rechtscharakter des Naturallohns von Organwal- terInnen, zur Frage ob sich AN die Form des Entgelts aussuchen können sowie die Abhandlung der Bedeu- tung der Entgeltlichkeit bzw Unentgeltlichkeit der Tä- tigkeit von OrganwalterInnen – jeweils im Zusammen- hang mit einer allfälligen Haftung für Fehlverhalten. Insb bei Vereinen, die gewerblich tätig werden, gibt es hier in der Praxis zahlreiche Probleme zu klären, die Steinacker in seinem Werk sehr strukturiert darstellt.

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