Full text: DRdAinfas - 2020 Heft 4 (4)

DRdA-infas n 4/2020 n August 311 BUCHBESPRECHUNGEN So folgt der Einleitung dann auch eine sehr um- fangreiche, praxisorientierte und wohlformulierte Darstellung der Haftung des Vereinsvorstandes, wo- bei auch sehr auf die ehrenamtliche Ausübung dieser Tätigkeit eingegangen wird. Anschließend wird die Haftung von Vorstandsmitgliedern und Geschäftsfüh- rerInnen von Genossenschaft, GmbH und Aktienge- sellschaft dargestellt. Als Beispiel sei hier die Behand- lung der Haftung bei Befolgen einer Gesellschafter- weisung erwähnt, wo Steinacker mE eine klare Richtschnur für die Unbeachtlichkeit von Weisungen durch die GeschäftsführerInnen bzw die Generalver- sammlung zieht. Insgesamt bin ich der Meinung, dass Steinacker ein Werk vorgelegt hat, das sowohl hinsichtlich der inhaltlichen Aufbereitung der Inhalte und der über- sichtlichen Strukturierung als auch hinsichtlich der grafischen Darstellung einen ausgezeichneten Über- blick über die Materie liefert. Aus Sicht der Rechtsbe- raterin und Erwachsenenbildnerin ist das Werk un- eingeschränkt empfehlenswert, wenn man sich einen Überblick darüber verschaffen will, was die mögli- chen Konsequenzen der Übernahme einer geschäfts- führenden Tätigkeit in Vereinen, Genossenschaften oder Kapitalgesellschaften sein können bzw welches Verhalten geboten ist. SILVIA HRUŠKA-FRANK Deinert/Heuschmid/Zwanziger (Hrsg) Arbeitsrecht – Handbuch für die Praxis 10. Auflage, Bund Verlag, Frankfurt am Main 2019, 2.741 Seiten, € 169,- Wie schon in den vergangenen Auflagen stellen die Autoren das deutsche Arbeitsrecht auf mehr als 2.700 Seiten auch in der zehnten Auflage dieses Stan- dardwerks umfassend und unter Bezugnahme auf die aktuelle Gesetzeslage, auf die Weiterentwicklung re- levanter Rsp sowie auf das Arbeitsvölkerrecht dar. Die schon mit der neunten Auflage komplett neu geschaffene Struktur bietet auch in der nun im Juni 2019 veröffentlichen Neuauflage eine hervorragende systematische Darstellung des materiell-rechtlichen und prozessualen Arbeitsrechts unter Einbeziehung des die betriebliche Praxis beeinflussenden Sozial- rechts. Viele der wertvollen Kommentierungen orien- tieren sich an den Interessen der AN und das Werk ist daher gerade auch für die AN-Rechtsberatungspraxis sehr geeignet. Die Neuauflage dieses gelungenen Handbuchs berücksichtigt eine Vielzahl von bis zum 31.12.2018 in Deutschland in Kraft getretenen Rechtsnormen, wie Vorschriften zur Brückenteilzeit, zur Überwachung von AN, Beweisverwertungsverbote, die Daten- schutz-Grundverordnung und das neue Bundesdaten- schutzgesetz, das Betriebsrentenstärkungsgesetz, das Entgelttransparenzgesetz sowie die Ergänzung des Tarifvertragsgesetzes. Sehr hilfreich erscheint insb auch die detaillierte Darstellung der verfassungsrechtlichen Grundlagen des deutschen Arbeitsrechts unter besonderer Bezug- nahme auf die Freiheit des Arbeitsmarktes und das „Sozialstaatsprinzip“ sowie die Schutzpflicht-Rsp des Bundesverfassungsgerichts im Lichte wesentlicher im Grundgesetz stipulierter AN-Rechte. Unter den namhaften AutorInnen befinden sich ua die InhaberInnen wichtiger Lehrstühle im Bereich des Arbeits- und Sozialrechts, vorsitzende RichterIn- nen am Bundesarbeitsgericht und Landesarbeitsge- richt sowie weitere SpezialistInnen aus wichtigen Be- reichen der Arbeitsrechtspraxis in Deutschland. Gerade auch unter Berücksichtigung des aus- führlichen materiell-rechtlichen Teils und der um- fangreichen Darstellung universaler/transnationaler arbeitsrechtlicher Prinzipien des Arbeitsvölkerrechts sowie relevanter unionsrechtlicher Aspekte und Ent- scheidungen ist dieses Standardwerk auch für den/die österreichische/n ArbeitsjuristIn sehr zu empfehlen. FRANK HUSSMANN Boecken/Joussen Teilzeit- und Befristungsgesetz – Handkommentar 6. Auflage, Nomos Verlag, Baden-Baden 2019, 737 Seiten, gebunden, € 84,- Es ist in gewissem Maße ungewöhnlich, dass es bei einem so umfangreichen Kommentar wie jenem zum deutschen Teilzeit- und Befristungsrecht inner- halb eines Jahres zu einer Neuauflage kommt. Diese ist der Tätigkeit des Gesetzgebers hinsichtlich der „Weiterentwicklung des Teilzeitrechts – Einführung einer Brückenteilzeit“ neben der gewöhnlichen Wei- terentwicklung des Rechts geschuldet gewesen. Zur Qualität des bereits seit sechs Auflagen be- währten Kommentars braucht nicht mehr viel gesagt werden. Hingewiesen werden muss aber darauf, dass sich das deutsche Teilzeit- und Befristungs- recht doch erheblich vom österreichischen Recht unterscheidet. Vorliegender Kommentar ist daher für den österreichischen Rechtsanwender, sofern keine rechtsvergleichenden Interessen vorhanden sind, nicht von Bedeutung. Interessant ist der Blick über die Grenzen aber dennoch, wie zwei Beispiele zeigen sollen: So besteht nunmehr in Deutschland ein Rechts- anspruch auf eine sogenannte Brückenteilzeit. Durch die Gesetzesänderung wird ein Anspruch für AN auf eine zeitliche Verringerung der Arbeitszeit

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