Full text: Neue Stadtentwicklungsgebiete (3)

wien.arbeiterkammer.at/meinestadt AK Stadt · Seite 10
Es braucht nicht nur Wege zwischen einzelnen Wohnhäusern. Insbesondere 
alte und neu gebaute Stadtteile gehören verbunden
braucht es Übergange zu den benachbarten 
Quartieren. Verbindungen müssen, so wie 
die Entwicklungsgebiete selbst, hochwer-
tig ausgebaut werden, dadurch entsteht ein 
Mehrwert für alle, weil Angebote der Umge-
bung optimal genutzt werden können.
In der Struktur des Freiraums sind unter-
schiedliche Hierarchien notwendig. Die Ko-
ordination von Straßen, Plätzen und Parks 
der öffentlichen Hand bringt eine größere 
Bandbreite an Angeboten für unterschied-
liche NutzerInnen hervor. Große Park-
flächen, die offen zugänglich sind, bieten 
Raum für den Aufenthalt von marginalisier-
ten Gruppen, dazu gehören insbesondere 
 ältere Jugendliche, Erwachsene und ältere 
Menschen. Die Angebote von Bauträgern 
richten sich vorrangig an Kinder, jüngere 
Jugendliche und deren Eltern. Öffentlich 
zugängliche Freiräume privater Bauträger 
können das Freiraum angebot eines Stadt-
teils ergänzen, aber nicht ersetzen.
Verbindungen schaffen
In allen Untersuchungsgebieten finden sich 
Beispiele, in denen Wege durch Wohn-
anlagen und durch Siedlungsgebiete als 
Abkürzungen und Verbindungen inner-
halb des Stadtteils dienen. Viele Bau-
blöcke in den untersuchten Stadtgebieten 
sind durchlässig und können zu Fuß, mit 
dem Roller oder mit dem Fahrrad passiert 
werden. Für stadtteilrelevante Verbindun-
gen sollten Qualitäten wie Mindestbreiten 
und Mindestdurchgangshöhen, aber auch 
barrierefreie Ausstattung und gute Aus-
leuchtung sichergestellt sein. Sind die städ-
tebaulichen Lösungen unklar, vermindern 
sie die Wohnqualität und erzeugen soziale 
Kontrolle. Werden wichtige Verbindungen 
nicht mitgeplant, fordern NutzerInnen sie 
informell ein.
Die Schaffung lebenswerter Stadtteile 
hängt von vielen Faktoren ab. Das Rezept 
für ein Gelingen besteht deshalb nicht in 
einem eindimensionalen, gleichlautenden 
Projektplan. Es muss aber möglich sein, 
Orientierungspunkte und Mindeststandards 
vorzugeben, um qualitätsvolle Entwicklung 
sicherzustellen. 
Sozial nachhaltig gestalten
In Zukunft noch wichtiger ist das Krite-
rium, neue Stadtteile sozial nachhaltig zu 
gestalten. Fehlplanungen wie unsichere 
oder unbelebte Stadtteile, die das Entste-
hen sozialer Brennpunkte fördern, erwei-
sen sich für die Bauträger, aber auch für 
die Stadt als doppelt so kostenintensiv. Ein 
weiterer Punkt für soziale Nachhaltigkeit 
besteht in der konsumfreien Nutzung von 
Räumen für alle Bevölkerungsgruppen wie 
zB für Jugendliche, (junge) Erwachsene und 
marginalisierte Gruppen. In diesem Zusam-
menhang ist es sinnvoll, Gebäude und Flä-
chen für zukünftige Nutzungen flexibel und 
leicht adaptierbar zu gestalten. Um diese 
vielen sozialen Kriterien zu berücksichtigen, 
braucht es nicht zuletzt ein transparentes 
Planungsverfahren.
Immer mehr öffentliche Räume werden 
in Zukunft von privaten Investoren errich-
Thema
NEUE STADT-
ENTWICKLUNG
Ein Rollerweg sowie 
ein Radweg wären 
super: ohne Steine 
und Risse, mit 
Rampen. (Schülerin)
Vor der Schule wären 
Schülerlotsen gut 
gegen abbiegende 
Autos, die Ampel-
schaltung ist sehr 
kurz. (Schülerin)
Erdgeschoßlokale 
wären super, wenn 
sie vermietet wären 
… innerhalb der 
Siedlung sind die 
Fußwege ok, Kreu-
zungen außerhalb 
sind gefährlich …  
(Erwachsene 
Bewohnerin)
Wenn das Wetter 
schön ist, wäre es 
nett zu lesen, … die 
Angebote sind für 
Kinder …  
(Erwachsene
Bewohnerin, 
Migrations-
hintergrund)
Alle, nicht nur Freizeitsportle-
rInnen, brauchen ihren Raum
Die Zitate stammen aus der Befragung der AK Studie: 
„Öffentliche Räume in Stadtentwicklungsgebieten Wiens“
EINE DAUERHAFTE ÖFFENTLICHE NUTZUNG MUSS MIT PRIVATEN 
INVESTOREN VERTRAGLICH GESICHERT SEIN, DAMIT SOZIALE UND 
ÖKOLOGISCHE KRITERIEN AUSREICHEND BERÜCKSICHTIGT WERDEN
        

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