Full text: Neue Stadtentwicklungsgebiete (3)

AK Stadt · Seite 13 wien.arbeiterkammer.at/meinestadt
derung. Überlässt man die Freiräume in 
einem Stadtentwicklungsgebiet zur Errich-
tung und Erhaltung privaten Bauträgern, 
ersetzen diese oft nur bedingt Freiräume 
im Besitz der öffentlichen Hand. Die von 
Bauträgern errichteten öffentlich zugängli-
chen „privaten“ Freiräume sind häufig Kin-
derspielbereiche. Für Jugendliche, ältere 
Menschen, im Quartier Arbeitende und 
Erwachsene finden sich wenige Angebote; 
marginalisierte Gruppen haben gar keinen 
Platz. Dies zeigte sich in allen drei neuen 
Stadtteilen. Freiräume für unterschiedliche 
Gruppen wie Treffpunkte, Quartiersplätze 
und Sport- und Bewegungsflächen sind 
grundsätzlich Aufgabe der Stadt und über 
die Flächenwidmung regelbar. Diese Auf-
gaben können nur bedingt an Private aus-
gelagert werden, zB wenn städtebauliche 
Verträge die Realisierung und Nutzung von 
Fre i räumen für alle Gruppen dauerhaft und 
verbindlich sichern.
Einfriedungsverbote
Um kurze Wege für FußgängerInnen und 
RadfahrerInnen zu ermöglichen, legt die 
Flächenwidmung in den untersuchten 
Stadtteilen teilweise bauplatzübergreifende 
Einfriedungsverbote fest. Damit gehen 
Bauträger allerdings sehr unterschiedlich 
um. Die Grenzen zu Block innenbereichen 
sind offen, baulich markiert (durch Bau-
körper, höher liegende Innenhöfe über Tief-
garagen) oder auch durch unterschiedliche 
Ausstattung akzentuiert. Auffallend ist, 
dass durch zahlreiche Verbote Grenzen 
markiert werden: Durchgangsverbote, 
Spielverbote, Auf enthaltsverbote, Kame-
ras oder auch das Einsetzen eines priva-
ten Wachdienstes.
Bauplatzübergreifende Lösungen
Bauplatzübergreifende Gesamtlösun-
gen für den ruhenden Verkehr verändern 
den gesamten Straßenraum in einem 
Stadtteil, sie steuern und verringern das 
Verkehrsaufkommen und ermöglichen 
Straßenräume für den Aufenthalt, für Rad-
fahrerInnen und FußgängerInnen. Das 
Gebot bauplatzübergreifender Parkgara-
gen in Kombination mit einem Stellplatz-
regulativ ist eine gute Möglichkeit, neue 
Stadtteile mit verkehrsberuhigten, attrakti-
ven öffentlichen Räumen zu gestalten. Ein 
Flächen widmungs- und Bebauungsplan 
muss dafür die entsprechenden Vorgaben 
machen.  
Die in der Studie aufgezeigten Qualitäten 
im öffentlichen Raum können einen Mehr-
wert für zukünftige Stadtteile erzeugen. 
Ihre Sicherstellung liegt im Aufgabenbe-
reich der Stadt und kann beispielsweise 
über den Einsatz von Planungsinstrumen-
ten eingefordert werden. Eine Konzentra-
tion auf die Interessen der Öffentlichkeit 
bedeutet vor allem Gewinne für die Men-
schen des Quartiers. In Verträgen ist eine 
dauerhafte öffentliche Nutzung festzuhal-
ten, die Kriterien sollten über bauliche und 
technische Qualitäten hinausgehen und 
auch soziale, ökologische und freiraum-
gestalterische Kriterien enthalten.
FÜR KINDER WIRD VIELES GETAN. FÜR JUGENDLICHE, IM VIERTEL 
ARBEITENDE UND ERWACHSENE GIBT ES ZU WENIGE ANGEBOTE. 
 MARGINALISIERTE GRUPPEN HABEN GAR KEINEN PLATZ
ÖF
FE
NT
LI
CH
E 
RÄ
UM
E 
IN
 S
TA
DT
EN
TW
IC
KL
UN
GS
GE
BI
ET
EN
 W
IE
NS
AK
 S
TA
DT
PU
NK
TE
 2
3
Barbara Gu
ngl, Heide S
tuder, Ulla T
hamm,  
Andrea Wen
inger (tilia /
 Rosinak & 
Partner)
ÖFFENTLICHE
 RÄUME  
IN STADTENT
WICKLUNGS- 
GEBIETEN WI
ENS
Juni 2017
Stadtpunkte
 Nr 23
wien.arbeiterkammer.at
Gesellschaftskritische Wissenschaft: die Studien der AK Wien
Alle Studien zum Downloaden: 
wien.arbeiterkammer.at/service/studien
IS
B
N
 9
78
-3
-7
06
3-
06
77
-5
AK_Stadtpunkte 3_ÖffRaum_Stadtentwicklungsgebieten.indd   1-1 01.06.17   16:11
AK Studie 
ÖFFENTLICHE RÄUME  
IN STADTENTWICKUNGS-
GEBIETEN
Anhand des neuen Sonnwend-
viertels im 10. Bezirk, der See-
stadt Aspern im 22. sowie des 
Gebiets auf den ehemaligen 
Bombardiergründen im 21. Bezirk 
untersucht die AK Studie, ob die 
Gestaltungs- und Verkehrsmaß-
nahmen, Gebäudenutz ungen, 
Dimensionierungen und Ausstat-
tungen den unterschiedlichen 
Ansprüchen an den öffentlichen 
Raum gerecht werden.
Bestellung 
E-Mail stadt@akwien.at
Download 
www.wien.arbeiterkammer.at/
service/studien/stadtpunkte
Gebäude hinter die Grundgrenze anzusiedeln, bringt mehr SpielraumOrte schaffen, die zum Verweilen einladen
        

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.