Full text: Neue Stadtentwicklungsgebiete (3)

AK Stadt · Seite 3 wien.arbeiterkammer.at/meinestadt
Die Mieten privater Wohnungen treiben die Inflation überdurch-
schnittlich an. In den letzten acht Jahren ist bei der Neuvermietung von 
 Privatwohnungen der Preis um 43 Prozent, das Haushaltseinkommen jedoch 
durchschnittlich um nur 22 Prozent gestiegen. Der Grund dafür ist, dass vor 
allem der Preis für Baugrund und damit auch die verbundenen Preise für 
Häuser und Wohnungen, seit der Finanzkrise extrem angezogen haben. Im 
selben Zeitraum sind sie um 80 Prozent teurer geworden! Der Bodenmarkt 
benötigt deshalb dringende Regulierungen. Deshalb fordert die AK: Um 
Druck vom  privaten Wohnungsmark zu nehmen, müssen mehr Gemeinde- 
und geförderte Genossenschaftswohnungen gebaut werden.
Thomas Ritt, Leiter Abteilung  
Kommunalpolitik der AK Wien
Editorial
DIE WEICHEN SIND DIE HARTEN
LEISTBARES WOHNEN Private Mietpreise steigen rapide - nicht so 
im sozialen Wohnbau. Mehr von diesem kann die steigende Nachfrage befriedigen.
Wien wächst. Es wird viel gebaut. Dabei dür-
fen wir nicht heute die Probleme von morgen 
bauen. Um das zu verhindern, hilft eine ein-
fache Herangehensweise: „Baut doch bitte 
eine Stadt – nicht nur einzelne Häuser.“ Der 
öffentliche Raum macht den Unterschied. 
Er ist wichtiger Schauplatz des urbanen 
Lebens, etwa als Spiel-, Erholungs- oder 
Kommunikationsraum, und ein Ort des sozi-
alen Austausches. Betroffen davon sind nicht 
nur Brachen und Freiräume, sondern auch 
Parks, Plätze und Straßen. Einerseits geht 
es um alle Gebäude, die „wir“ bezahlen, zB 
Schulen, Museen, Verwaltungsgebäude, 
andererseits geht es auch um private  Flächen 
wie Durchgänge, Vorplätze, um Wohnungen 
und Büros sowie Bahnhöfe oder Einkaufs-
zentren, die manchmal schon die Funktion 
eines Stadtteilzentrums übernommen haben.
Der öffentliche Raum kann aus vielen neuen 
Häusern eine Stadt machen. Ob das wirklich 
gelingt, hängt von der Planung ab. Nachhol-
bedarf gibt es oft bei den Verbindungswegen 
zwischen alten und neuen Vierteln, bei der 
Entwicklung von lebendigen Erdgeschoß-
zonen, die zum Bummeln und Verweilen 
einladen, oder bei der Schaffung von Begeg-
nungsräumen wie Spielplätzen, Parks oder 
Jugendtreffs, wo sich die BewohnerInnen 
der alten und neuen Stadtviertel begegnen 
können. 
Gerne wird die architektonische Gestaltung 
bei einem neuen Haus als das Wichtige 
gesehen. Der Rest wie der öffentliche Raum 
ist dann nur ein weicher Standortfaktor. Doch 
die Stadt, das „Gfrast“, ist stark, sie holt sich 
von alleine ihren Anteil an Öffentlichkeit. 
Wenn das nicht mitgedacht und geplant 
wird, geschieht es laut, konfliktreich und 
mit ungewissem Ausgang. Beim Stadt-
wachstum sind die weichen Faktoren 
die harten Nüsse. 
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Die Entwicklung der Einkommen und der privaten Mietpreise 2008–2016
 
 
 
 
Zürich, Basel und Bern 
GENTRIFIZIERUNG AM 
HAUPTBAHNHOF
Die Schweizerischen Bundesbahnen 
(SBB) wollen die Bahnhöfe Zürich, 
Basel und Bern modernisieren. So 
sollen der Gastronomie und dem 
Shopping mehr Platz eingeräumt 
werden, da die SBB schon heute 
große Teile ihres Umsatzes damit 
erwirtschaften. Drei Mrd Franken (ca 
2,6 Mrd Euro) werden dafür bis 2025 
zur Verfügung stehen. Auch Pläne, 
wie der umliegende Verkehr sowie 
Taxi-Standplätze besser organisiert 
werden können, um mehr Raum auf 
den Vorplätzen der Bahnhöfe 
zu schaffen, gibt es schon. 
In Online-Foren breitet 
sich allerdings Unmut aus: 
Obdachlose und Jugend-
liche, die dort abhängen, 
scheinen das Shopping-
erlebnis zu stören und sollen ver-
schwinden. Für jene wollen die SBB 
andere Plätze finden. Doch ein Kon-
zept dafür fehlt.  
Quartiersmanagement Berlin
SPANDAU SITZT  
AUF LITERATUR 
Zehn Sitzbänke wurden in der 
Schönwalder Straße, Bezirk 
Spandau, Berlin, aufgestellt. Was 
das mit Literatur zu tun hat? Auf 
den Bänken stehen Zitate berühm-
ter Dichter und Denker. Das 
 Goethe-Zitat „Verweile doch, Du 
bist so schön …“ sowie 68 weitere 
wurden aus Vorschlägen von Bür-
gerInnengremien und Bewohne-
rInnen zusammengetragen. Zehn 
Zitate schafften es auf die neuen 
Sitz bänke. Ihre exakten Standorte 
wurden auf Grundlage einer Befra-
gung von Gewerbetreibenden und 
AnrainerInnen ausgewählt.
Kommerzialisierung am Züricher HBF
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Anstieg des Hauptmietzinses 
(ohne BK) im privaten Bereich 
pro Quadratmeter
Steigerung des mittleren 
 verfügbaren Haushalts­
einkommens pro Kopf
22% 43%
        

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