Full text: Nachverdichtung (1)

wien.arbeiterkammer.at/meinestadt AK Stadt · Seite 10
Nachverdichtungsprojekte müssen Mehrwert für die ganze Umgebung schaffen. Im besten 
Fall werden gesamtstädtische Ziele Hand in Hand mit Einzelinteressen erfüllt.
stehen. Das würde jährlich mindestens 
2.000 dringend benötigte zusätzliche Woh-
nungen schaffen. 
Es fehlen Kleinwohnungen
Eine bauliche Ergänzung mit Kleinwohnun-
gen könnte nicht nur dem Fehlbestand ent-
gegenwirken, sondern auch die Passgenau-
igkeit verbessern. 45 Prozent der Wiener 
Haushalte sind Einpersonen-Haushalte, 
aber nur 17 Prozent der Wohnungen sind 
Kleinwohnungen. Gerade für die Jüngeren 
werden künftig mehr Kleinwohnungen 
gebraucht. Die Lebenswelten und Wohnbe-
dürfnisse verändern sich durch längere Aus-
bildungszeiten, Trennungen oder neue 
Lebenskonstellationen wie Patchwork f a mil i-
en. Insgesamt wird in Wien noch zu viel am 
künftigen Wohnungsbedarf vorbeigebaut. 
Kleinwohnungen sind vor allem in jenen 
Bevölkerungsgruppen nachgefragt, die seit 
einigen Jahren überproportional stark wach-
sen: bei den Jungen und den Alten. 
Wohnungstausch fördern
Die Altersstruktur in den Gemeinde- und 
Genossenschaftsbauten der 80er Jahre, 
aber auch in vielen privaten Gründerzeit-
Zinshäusern hat sich sehr verändert. Viele 
BewohnerInnen brauchen keine Familien-
wohnung mehr, sondern kleineren, kosten-
günstigeren und seniorengerechten Wohn-
raum. Die Ergänzung von Siedlungen mit 
passenden Kleinwohnungen wäre eine 
Chance für Ältere, ihre Wohnung zu tau-
schen und dennoch im angestammten 
Grätzl zu bleiben. 
Damit Nachverdichtungsprojekte von den 
BewohnerInnen akzeptiert und mitgetragen 
werden, braucht es faire und nachvollzieh-
bare Regeln. Dazu zählen Rechtsverbind-
lichkeit, Transparenz und eine frühzeitige 
Kommunikation über das Vorhaben. 
Bedürfnisse der BestandsbewohnerInnen 
müssen Teil der Projekte sein, sie können 
nur gemeinsam mit allen Beteiligten entwi-
ckelt werden. Die Voraussetzung, um Mehr-
wert und soziale Verträglichkeit für alle zu 
schaffen, ist die Kommunikation aller Inter-
essengruppen auf Augenhöhe.
Mehrwert für alle
Nachverdichtung mit Mehrwert für die 
BestandsmieterInnen und gesamtstädti-
sche Interessen müssen kein Widerspruch 
sein. Für mehr Akzeptanz unter den Betrof-
fenen gilt es, Argumente nachvollziehbar 
und anschaulich zu machen. Anreize kön-
nen geschaffen werden, um Sanierung und 
Nachverdichtung attraktiv zu machen. 
Neue Wohnformen für Einzelne oder barrie-
refreie Zugänge sind Beispiele dafür, aber 
auch Verbesserung der Umgebung oder der 
 Nahversorgung sind wichtige Beiträge. Im 
Unterschied zu herkömmlichen Renovie-
rungen, bei denen häufig die thermische 
Sanierung im Vordergrund steht, eröffnen 
Nachverdichtungsprojekte viele neue An - 
reize für Betroffene. Im besten Fall werden 
gesamtstädtische Ziele Hand in Hand mit 
Einzelinteressen erfüllt.
Beispiele für gelungene Umsetzungen gibt 
es. Dennoch braucht es für die Entwicklung 
eine städtische Grundhaltung. Eine städti-
EINE NEUE DIENSTSTELLE DER STADT WIEN, DIE BAULICHE ERGÄN-
ZUNG ALS WICHTIGEN LÖSUNGSANSATZ FORCIERT, SOLL DAS 
POTENZIAL FÜR NACHVERDICHTUNG ÜBERPRÜFEN UND BEWERTEN. 
Thema
Nachverdichtung
5 Schritte zu einer 
 erfolgreichen Beteiligung der 
 AltmieterInnen
1
Die BewohnerInnen bringen Ideen 
und Wünsche ein, die kommentiert 
und diskutiert werden.  
2
Das Projektteam ordnet und 
 systematisiert die Beiträge und 
bringt eigene Ideen ein. 
3
Auswahl der besten, wichtigsten 
Themen und Ideen 
4
Zusammenstellung von Szenarien 
als Sammlung von Aufgaben und 
Lösungen, 
Perspektivenstudie mit Proto kollen 
aller Workshops
5
Die Ideen der BewohnerInnen 
 werden in den städtebaulichen 
und Architekturprozess integriert.
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