Full text: Nachverdichtung (1)

Flächen sowie die Qualitätssicherung der 
Bauprojekte. Eine neue Agentur, angesie-
delt bei den thematisch betroffenen 
Dienststellen der Stadt Wien, sollte sich 
diesen Aufgaben widmen.
Zusätzlich 2.000 Wohnungen pro Jahr
Bisher werden im Schnitt 5.000 bis 7.000 
geförderte Wohnungen pro Jahr gebaut. 
Gebraucht werden aber viel mehr. Berück-
sichtigt man das Ausbaupotenzial in den 
bestehenden Wohnsiedlungen, könnte 
dieses einen wichtigen Beitrag zur 
Be darfs deckung leisten. Dafür müssen 
schon vorhandene Flächen der Wohnbau-
gesellschaften und der Gemeinde Wien 
besser genutzt werden. Schätzungen 
zufolge könnten mehrere zehntausend 
neue geförderte Wohnungen durch den 
Überbau von Garagen oder Parkplätzen, 
durch Dachausbau und durch Neubau auf 
schon vorhandenem Gelände ent-
u Gemeinde- und Genossen-
schaftsbauten: Bisher werden 
im Schnitt jährlich rund 5.000 
bis 7.000 geförderte Wohnun-
gen gebaut. Das Ausbaupoten-
zial von mehreren zehntausend 
Wohnungen auf schon vorhan-
denen Flächen der bestehenden 
Gemeinde- und Genossen-
schaftsbauten ist aber noch 
weitgehend ungenützt. So 
könnten dort zirka 2.000 zusätz-
liche geförderte Wohnungen pro 
Jahr entstehen. Die effiziente 
Nutzung von schon bebauten 
Grundstücken für den geförder-
ten Wohnbau muss eine neue 
und prioritäre Aufgabe in der 
Stadtverwaltung werden.
v Private Bauträger: Allein im 
Gründerzeit-Altbau gibt es ein 
Potenzial von über 20.000 neuen 
Wohnungen in den Dachgescho-
ßen. Die so entstehenden Woh-
nungen sind jedoch für die 
 meisten zu teuer. Familien und 
Menschen mit kleinen und mitt-
leren Einkommen werden ver-
drängt. Deshalb sollten private 
Projektentwickler bei Nachver-
dichtung verpflichtet werden, 
einen Sozialwohnungsanteil 
von einem  Drittel der neuen 
Wohnungen zu schaffen.
w Generationswechsel: Die 
Altersstruktur in den Gemeinde- 
und Genossenschaftsbauten 
der 80er Jahre, aber auch in 
 vielen privaten Gründerzeit-
Zinshäusern hat sich stark ver-
ändert. Viele BewohnerInnen 
brauchen keine Familienwoh-
nungen mehr. Eine Ergänzung 
der Wohnsiedlungen mit pas-
senden Kleinwohnungen wäre 
eine Chance für Ältere, ihre 
Wohnung zu tauschen und 
gleichzeitig im angestammten 
Grätzel zu bleiben. Auch die 
Wohnbedürfnisse der Jungen 
haben sich durch lange Ausbil-
dungszeiten, häufige Scheidun-
gen und Patchworkfamilien ver-
ändert. Die Stadt und die Wohn-
bauträger müssen deshalb mehr 
Kleinwohnungen bauen und 
Anreize schaffen, in kleinere 
Wohnungen umzuziehen. Von 
der Stadt gibt es dazu bereits 
ein Programm, das weiterentwi-
ckelt werden muss.
x  Bestehende BewohnerIn-
nen: Bei Nachverdichtungs-
projekten befürchten die Miete-
rInnen vor allem, dass die Aus-
sicht zugebaut wird, dass es in 
 Hinkunft weniger Grün und 
weniger Parkplätze gibt. Diese 
Ängste muss man ernst neh-
men. Schon in der Planungs-
phase müssen Alt-MieterIn-
nen einbezogen werden. 
Altersgerechte Wohnungen, 
thermische Sanierung, Liftein-
bau, bessere Öffi-Anbindung, 
Zufahrten, Grünflächen, Rad-
wege und Durchgänge schaffen 
für alle mehr Attraktivität im 
Viertel.
DAS 4-PUNKTE-PROGRAMM DER ARBEITERKAMMER
Auf genutzter Fläche mehr bezahlbare Wohnungen bauen
Anders als die größtenteils bereits sanier-
ten Zwischenkriegsgemeindebauten des 
Roten Wien sind die neueren Wohnsiedlun-
gen noch ausbaufähig und haben oftmals 
Sanierungsbedarf. Dieses Potenzial im 
Bereich der Gemeinde- und Genossen-
schaftsbauten gilt es besser zu nutzen. 
Tatsächlich stellen sich die Möglichkeiten 
der baulichen Ergänzung sehr unterschied-
lich dar, ein stärkerer Fokus auf mögliche 
Potenziale und eine systematische Evaluie-
rung von überbaubaren Flächen wie zB 
Garagen, Parkplätzen und Abstandsflächen 
sowie die Erhebung des Sanierungsbedarfs 
wären erste wichtige Schritte. 
Screening und Qualitätssicherung
Die effiziente Nutzung von schon bebauten 
Grundstücken für den geförderten Wohn-
bau muss eine prioritäre Aufgabe in der 
Stadtverwaltung werden. Dazu gehört das 
systematische Screening der vorhandenen 
Das Potenzial der 
 Genossenschafts- und 
Gemeindebauten sollte 
besser genützt sein.?
Thema
Nachverdichtung
AK Stadt · Seite 9 wien.arbeiterkammer.at/meinestadt
Sind die Kinder außer 
Haus, finden viele 
 Ältere ihre Wohnung zu 
groß. Ergänzungen von 
kleineren Wohnungen in 
Siedlungen könnten 
einen Wohnungstausch 
attraktiv machen.
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