Full text: Öffis in den Außenbezirken (3)

AK Stadt · Seite 15 wien.arbeiterkammer.at/meinestadt einer davon ist ein kleiner Pendlerzug, nur der andere fährt direkt. Am Wochenende ist Thomas Kastner überhaupt auf das Auto angewiesen. Hinzu kommt noch der Tourismus, so Kastner. Viele Menschen in der S7 sind auf dem Weg zum oder vom Flughafen Wien-Schwechat und ver- stellen dringend benötigten Raum mit schweren Gepäckstücken. Der Grund dafür: Der privat betriebene Flughafen-Zug CAT ist viel zu teuer. Während eine einfache Fahrt mit der S-Bahn nur 4,20 Euro kostet, schlägt das Single-Ticket beim CAT, am Automaten gekauft, mit satten zwölf Euro zu Buche. Auch der Lokalaugenschein zeigt, dass es ein Problem ist, wenn ein privater Fluggast-Transporteur die Achse Richtung Schwechat und zurück regelmäßig blockiert. Praktisch alle paar Minuten rast hier ein CAT oder ein ICE der ÖBB durch. In der Peripherie wird viel gebaut Während der Lärm unser Gespräch unterbricht, deutet Thomas Kastner auf einen Rohbau, der gerade neben der Station errichtet wird. „Nicht nur in Schwechat wird derzeit viel gebaut, son- dern auch hier an der Grenze Wiens werden viele neue Wohnungen errichtet. Alle diese Menschen werden eine gute Verbindung nach Wien brau- chen“, erklärt Kastner. Konkret geht es darum: In der Csokorgasse werden derzeit sieben Gebäude mit 275 großteils geförderten Miet- wohnungen gebaut. In absehbarer Zeit werden dort mehr als 500 Personen einziehen, das wird den Druck auf die Haltestelle Kaiserebersdorf erhöhen. Auf die Frage, ob es Alternativen zur S-Bahn gibt, antwortet Kastner: „Theoretisch könnte ich den Bus bis zum dritten Tor des Zentralfriedhofs nehmen, dann die Straßenbahn, und dann die U3 und von dort die U6. Meine Erfahrung zeigt, dass der Bus öfters Verspätungen hat. Die reine Fahrtzeit ist aber schon deutlich mehr, als wenn ich mit der S7 fahre. Mit den Fußwegen zwischen den Stationen, die in Stoßverkehrszeiten auch schon überfüllt sein können, komme ich auf die doppelte Wegzeit.“ Den Wirtschaftsstandort stärken Die vielen Reaktionen der WienerInnen auf die Studie zum öffentlichen Verkehr bestärken die AK darin, sich weiter für dieses Thema einzu- setzen. „Uns ist wichtig“, sagt Thomas Ritt, Leiter Kommunalabteilung der AK Wien, „dass nicht nur die ArbeitnehmerInnen gut zu ihrem Arbeitspatz kommen. Wege wie etwa der für den Lebensmitteleinkauf müssen rasch erledigt werden können. Kinder müssen sicher in die Schule kommen, und zur Erholung müssen Frei- zeiteinrichtungen gut angebunden sein. Nur so bleibt Wien ein attraktiver Wirtschaftsstandort.“ Deshalb setzt sich die AK dafür ein, dass bei starkem Bevölkerungswachstum in Wien der öffentliche Verkehr in den Außenbezirken zukunftsfit gemacht wird. o Foto folgt Außenbezirke Linz zieht zu Wien wächst rasant. Laut Prognosen werden in Wien bis spätestens zum Jahr 2030 zwei Mio BewohnerInnen leben. Da es in den Innenbezirken aufgrund mangelnden Baulands weniger Bau- projekte gibt, sind die Außenbezirke weit stärker betroffen. In Folge heißt das, in den Außenbezirken werden zirka 180.000 Ein- wohnerInnen hinzuziehen. Das entspricht bald einer Stadt in der Größenord- nung von Linz (200.000 EinwohnerInnen). Dafür braucht es gute Verbin- dungen. Mit den Öffis brauche ich vom 21. in den 22. Bezirk sage und schreibe eine ganze Stunde zur Arbeit. Mit dem Auto bin ich in 20 Minuten dort Von Kaiserebersdorf zum AKH. Bei einer Besichtigung vor Ort schildert Andreas Kastner die Probleme, die er mit den Öffis auf dem Weg zum Arbeitsplatz hat

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