Full text: Engpass Wohnen (4)

Abholung Berlin Ausmisten per Radbote Die Berliner Firma „Peek up“ holt ausgemistete Sachen per Lastenrad direkt von zu Hause ab. Ob Bücher, nicht getra- gene Kleider, Spielzeug, ein alter Ofen oder ein- fach eine Kiste mit Krimskrams drin – solange die Dinge auf ein Lastenrad passen, nimmt „Peek up“ sie mit. Die so eingesammelten Waren kommen ins Lager der Firma. Dort werden sie dann je nach Beschaf- fenheit repariert und ver- kauft oder recycelt. Lässt der Zustand keine andere Nutzung mehr zu, dann kümmern sich die Mitar- beiterInnen der Firma um eine fachgerechte Ent- sorgung. Pro Abholung bezahlen die KundInnen derzeit neun Euro. Ist niemand zu Hause, werden die ausgemis- teten Sachen auch vor der Tür abgeholt. Das Projekt läuft langsam an, in den ersten fünf Wochen gab es mehr als 20 Aufträge. o Hamburger Innenstadt Bunte Barrieren Im Oktober wurden Poller der Hamburger Innenstadt in rot-weiß- gestreifte Mützen einge- packt. Damit wollte der „Blinden- und Sehbehin- dertenverein Hamburg“ Barrieren kontrastreicher gestalten und den öffent- lichen Raum für Sehbe- hinderte nutzbarer machen. „Unfälle pas- sieren Sehbehinderten häufig, weil Hindernisse sich nicht vom Hinter- grund abheben“. o Editorial Aufschieben bringt nichts, … Von Thomas Ritt, Leiter Abteilung Kommunalpolitik und Wohnen der AK Wien … das haben uns die Eltern gesagt, wenn’s um wichtige Dinge ging. Ge- nauso gilt das jetzt für das Wohnen in Pandemiezeiten. Am Beginn der Krise gab es auch für MieterInnen eine ge- wisse Erleichterung. Die Mieten für April bis Juni waren in gewissen Fälle bis Ende des Jahres gesetzlich gestun- det worden. Auch Delogierungen soll- ten nicht mehr so schnell möglich sein und Anfang Dezember wurde der Zah- lungsaufschub für drei Monatsmieten bis Ende März 2021 verlängert. Es ist zwar positiv, dass auch auf Mie- terInnen geschaut wird, aber hier wird ein Zahlungsproblem nur vor sich her- geschoben. Wenn es jetzt für Men- schen, die von der Krise schwer betrof- fenen sind, mit den Mietzahlungen eng wird, ist es sehr wahrscheinlich, dass das auch nächstes Jahr noch so sein wird. Drei Monate lang die doppelte Miete zu zahlen, wird für die meisten nicht möglich sein. Mit dem niedrigen Arbeitslosengeld können sie sich nichts auf die Seite legen, andere laufende Kosten müssen ja auch bezahlt werden. Die Betroffenen werden so in die Schul- denfalle getrieben. Eine Atempause, die zu Atemstillstand führen kann. Besser dran sind die Unternehmen – sie bekommen Fixkostenzuschüsse und Umsatzersatz. Was für Unternehmen Recht ist, sollte auch für arbeitslose MieterInnen billig sein. Delogierung und Wohnungs- oder sogar Obdachlosigkeit stehen im Raum. Und das ist für die betroffenen Menschen, wie auch für uns alle, die schlechteste und teuerste aller Lösungen. „Aufschieben bringt nichts“, auch wenn wir das als Kinder nicht immer gerne gehört haben: es war meist doch richtig. Fo to s: L is i S pe ch t ( 1) , G ud ru n K . – F lic kr (1 ), E rw in S ch uh (1 ), st ok ke te – a do be s to ck (1 ), pe te rs ch re ib er .m ed ia – a do be s to ck (1 ), fo to lia Am Festnetz So ein Schnäppchen! Herr E. ruft an. Er hat vor ein paar Monaten eine Eigentumswohnung gekauft. Es stellte sich aber bald heraus, dass einiges am Haus sanierungsbedürftig war. Beim Dachgesims auf der Hofseite bröckelt der Putz ab. Die Hausverwaltung hat deshalb eine EigentümerInnenversammlung einberufen. „Ich hab immer gemeint, das ist doch wurscht, im Hof kann doch gar nichts passieren, dort stehen ja nur die Coloniakübel herum,“ erklärte sich Herr E. „Mein Herr, das muss schon repariert werden, da kann etwas Gröberes vor- kommen,“ entgegnete der AK Berater. „Ja, eh, aber es geht ja um mei Göd.“ Einige Tage vor dem Telefonat kam von der Hausverwaltung ein Brief, in dem mitgeteilt wurde, dass zwölf von 14 EigentümerInnen beschlossen haben, die Reparatur durchführen zu lassen und jede/r den aliquoten Anteil zahlen muss. Die Reparaturrücklage des Hauses reicht angeblich nicht aus. „Warum soll I do mitzoin? I woar ja ned amoi dort. I muass jo wos orbeitn! Ich werd dagegen Einspruch erhebn, was muss ich machen?“ Der AK Berater erklärt: Es wird wohl darüber abgestimmt worden sein, welche Firma beauftragt wird. Wenn keine formellen Fehler vorliegen, wird eine Beschlussanfechtung nicht erfolgversprechend sein. Nur wenn ein/e WohnungseigentümerIn nicht zur Versammlung geladen wird und daher keine Gelegenheit zur Stimmenabgabe hatte, kann ein solcher Beschluss bekämpft werden. Tipp: Wenn man keine Zeit hat an der Abstimmung teilzunehmen, kann man sich auch durch eine andere Person, etwa dem/der PartnerIn oder dem/ der NachbarIn vertreten lassen. Dazu braucht es lediglich eine schriftliche Vollmacht, die nicht älter als drei Jahre ist. o Fälle aus der AK Hotline für Miet- und Wohnrechtsfragen: (01) 501 65 DW 1345 Mo–Fr 8–12 Uhr, Di 15–18 Uhr Fo to s: K ar a – st oc k. ad ob e AK Stadt · Seite 3 wien.arbeiterkammer.at/meinestadt

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