Full text: Sicherheit hautnah (2)

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A L T E R N S G E R E C H T E  A R B E I T
Altersgerecht oder alternsgerecht?
D as „n“ macht den kleinen Unter-schied aus. Altersgerechte Maß-nahmen sind solche, die älteren 
Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern 
helfen. Denn die altersgerechte Arbeitsge-
staltung berücksichtigt die Veränderungen 
der physischen und psychischen Leistungs-
fähigkeit bei älteren Arbeitnehmerinnen 
und Arbeitnehmern. Durch gezielte Maß-
nahmen werden die Arbeitsanforderungen 
dem geänderten Leistungsvermögen ange-
Mehr Infos zum Thema alter(n)sgerechte Arbeit unter tinyurl.com/alternsgerecht214
passt. Durch altersgerechte Arbeitsgestal-
tung werden Veränderungen im Alter wie 
z. B. die Abnahme des Sehvermögens oder 
der Muskelkraft ausgeglichen (kompensa-
torischer Ansatz). Die alternsgerechte Ar-
beitsgestaltung nimmt den Zeitfaktor in 
den Blick und verfolgt das Ziel, die Arbeits-
fähigkeit für die gesamte Dauer der Er-
werbstätigkeit zu erhalten und zu fördern. 
Dabei sollen Unter- und Überforderung 
sowie dauerhafte Leistungseinbußen ver-
mieden werden. Maßnahmen des alterns-
gerechten Arbeitens sollen sicherstellen, 
dass auch Ältere produktiv und innovativ 
bleiben können. Der Ansatz der alternsge-
rechten Arbeitsgestaltung ist vorbeugend 
(präventiver Ansatz). Ein Betrieb braucht 
immer beides: Alters- und alternsgerechte 
Arbeitsgestaltung, um die Arbeitsfähigkeit 
der ArbeitnehmerInnen langfristig zu er-
halten. Im Folgenden finden sich Beispiele, 
die den Unterschied erläutern sollen.
Physiologische Veränderungen Altersgerechte Anpassung von Arbeitsplatz und Arbeitsumgebung
 ?Abnahme des Sehvermögens, verminderte Akkommo-
dation (= die Fähigkeit der Augenlinse, sich auf Nah- und 
Fernsicht einzustellen)
 ? Stärkere Beleuchtung
 ? 50 Prozent mehr Beleuchtung für Beschäftigte zwischen dem 
40. und 55. Lebensjahr
 ? 100 Prozent mehr Beleuchtung für Beschäftigte über 55 Jahre
 ? Erhöhung des Kontrastes an Sichtgeräten und Messinstrumenten
 ?Vergrößerung von Schrift und Symbolen auf Monitoren 
 ?Verminderung von Blendung
Was macht Arbeit gesundheits- und lernförderlich? Empfehlungen für die alternsgerechte Arbeitsgestaltung
Vielseitigkeit der Tätigkeit
 ?Verschiedene Kenntnisse, Fertigkeiten und Fähigkeiten 
nutzen können
 ?Durch die Arbeit Neues lernen
 ? Tätigkeitswechsel mit unterschiedlichen körperlichen und 
 geistigen Anforderungen
 ? Erhaltung der intellektuellen Flexibilität
Handlungsspielraum bei der Ausführung der  
Arbeitsaufgabe
 ? Eigene Entscheidungen in Bezug auf Arbeitsverfahren, 
Verwendung von Arbeitsmitteln und die zeitliche Orga-
nisation der Arbeit treffen können
 ? Freie Zeiteinteilung begünstigt eine gleichmäßige Belastung, 
hohe Leistungserbringung und Arbeitsmotivation
 ? Steigerung der Belastbarkeit, Zufriedenheit und des Selbstwerts
 ? Förderung der Identifikation mit der Arbeit und der Organisation/
dem Unternehmen
Wissen und Lernen für und durch die Arbeitsaufgabe
 ?Vorhandenes Wissen für die Arbeitsaufgabe anwenden 
und Neues dazulernen können
 ?Die Tätigkeit dauerhaft anforderungsgerecht erfüllen 
können
 ?Angebote zur Weiterbildung nutzen können
 ? Lernmöglichkeiten reduzieren Stress, stärken die Fähigkeit zur 
Bewältigung sich wandelnder Arbeitsanforderungen und fördern 
die intellektuelle Fähigkeit zum Weiterlernen
Gestaltungstipps für altersgerechtes Arbeiten
Gestaltungstipps für alternsgerechtes Arbeiten
Ingrid Reifinger, ÖGB
Weitere Gestaltungstipps für alter(n)sgerechtes Arbeiten finden Sie im Buch
Alters- und alternsgerechtes Arbeiten – Handlungshilfe für Betriebsräte
Mehr Infos und bestellen unter tinyurl.com/buchaa214
        

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