Volltext: Sicherheit hautnah (2)

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A K T U E L L E S
Gesetz Verbindlichkeit erlangen können 
und gesetzlichen Charakter aufweisen, ist 
es ohnehin bedenklich, dass Normen nicht 
unentgeltlich zur Verfügung gestellt wird, 
sondern extra zu bezahlen sind. 
Das ASI dazu: „Die Einhebung eines Teil-
nehmerbeitrags ist aufgrund der schwie-
rigen budgetären Lage des ASI […] sogar 
gesetzlich geboten.“ Dennoch besteht 
Hoffnung auf Änderung. Das ASI meint: 
„Freilich sind auch andere Finanzierungs-
modelle denkbar.“
Das Regierungsprogramm enthält Vor-
schläge: die Neuausrichtung der Fi-
nanzstruktur des Normenwesens unter 
gleichzeitiger Entlastung der Anwender 
sowie einen erleichterten Zugang zu Nor-
men und zur Mitarbeit im Normungspro-
zess für KMU. Die Arbeiterkammer wird 
sich in diesen Diskussionsprozess aktiv 
einbringen.
Alexander Heider, AK Wien
Mehr Infos unter tinyurl.com/normung214
Bisher stellten die Expertinnen und Experten ihren Sachverstand un-entgeltlich zur Verfügung. Das 
ASI profitiert massiv von diesem oftmals 
hoch spezialisierten Expertenwissen. 
Man könnte sich daher vielmehr die Frage 
stellen, ob sie nicht eigentlich einen Ver-
gütungsanspruch für ihre Tätigkeit in den 
Komitees haben sollten.
Die Arbeiterkammer spricht sich klar ge-
gen jegliche Teilnahmegebühren aus. 
Unterstützung kommt von der Öster-
reichischen Ärztekammer. Dir. Dr. Lukas 
 Stärker meint zum „interessanten“ 
ASI-Geschäftsmodell: „Ich brauche zwar 
deine Expertise, aber dafür darfst du mir 
auch noch etwas zahlen. Auf diese Weise 
versucht man, die Realität umzudrehen.“ 
Verschärfend kommt hinzu, dass die Nor-
mung hauptsächlich auf dem europäi-
schen und internationalen Parkett (CEN 
und ISO) stattfindet. Die Reisekosten an 
oft weit entfernt liegende Orte und die 
Arbeitszeiten müssen in der Regel selbst 
getragen werden. So kommt es, dass die 
Beeinflussung von Normen durch „Exper-
tinnen/Experten“ nur mehr finanzkräfti-
gen Organisationen und internationalen 
Konzernen vorbehalten bleibt. Die Inte-
ressen von Arbeitnehmerinnen und Ar-
beitnehmern sowie Konsumentinnen und 
Konsumenten bleiben so auf der Strecke. 
Öffentlichen Auftrag 
nicht vergessen 
Das ASI hat einen öffentlichen Auftrag 
und darf die Befugnis zur Erstellung von 
ÖNORMEN unter anderem nur dann aus-
üben, wenn Bund, Länder, Vertreter der 
Wissenschaft sowie interessierte Standes-
vertretungen als Interessenvertretungen 
der Erzeuger und Verbraucher mitwirken 
können. Eine Teilnahmegebühr steht somit 
in Widerspruch zu dieser gesetzlichen Mit-
wirkungsbefugnis. Da ÖNORMEN durch 
NORMUNG nur von reichen  
Expertinnen/Experten?
Seit 2014 verrechnet das Austrian Standards Institute (ASI) für die Mitarbeit an der Normung einen jährlichen 
Beitrag von 450 Euro zuzüglich 10 % MwSt. 
© 
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