Full text: Smart cities (21)

SMART CITIES 
ARBEITERKAMMER WIEN          1 
ZUSAMMENFASSUNG 
 
Die Digitalisierung der Arbeits- und Privatwelt(en) hat im letzten Jahrzehnt vor allem durch die Breit-
bandkommunikation, die Vernetzung technischer Geräte und Systeme mittels Internet und der Her-
ausbildung neuer digitaler Marktplätze (z.B. e-Commerce, Cloud Computing) einen Entwicklungs-
schub erhalten. Betriebliche Strukturen und Prozesse werden verändert, die Beziehung zwischen 
Unternehmen und KundInnen neu gestaltet. 
Entwicklungen im IT-Bereich, wie zum Beispiel in der Sensortechnik, haben dazu geführt, dass im-
mer mehr smarte und vernetzte Anlagen, (Transport)Behälter, Produkte und Materialien Informatio-
nen zum eigenen Betriebszustand bzw. zur unmittelbaren Umwelt erheben und mittels Datenverbin-
dung zur Verfügung stellen können. Das neue Internetprotokoll IPv6, die Begriffe „Internet der Din-
ge“ und „Big Data“ sind Zeichen dieser Entwicklung und offerieren neue Geschäftsfelder und –
modelle. 
Diese Entwicklungen werden auch bei der Digitalisierung vieler Aspekte des städtischen Lebens und 
zur Unterstützung deren Verwaltung intensiv genutzt und technische Lösungen sollen einen Beitrag 
zur nachhaltigen und ökologischen Entwicklung (groß)städtischer Smart-City-Projekte liefern. Neue 
Technologien ermöglichen dabei eine effizientere Erfassung und Verwaltung relevanter Information, 
kreieren dank neuer technischer Lösungen und der Einbindung sozialer Medien laufend neue Daten 
und binden auch BürgerInnen verstärkt in städtische Prozesse ein. Der in diesem Zusammenhang 
inflationär verwendete Begriff „Smart City“ soll die Zukunftsfähigkeit städtischer Entwicklung unter 
Beweis stellen und führte in den letzten Jahren vermehrt dazu, dass weltweit agierende IT-Konzerne 
die Stadt als ausbaufähiges Geschäftsfeld entdeckt haben. 
Als erster großer IT-Konzern nahm sich IBM dem Thema Smart City an und initiierte 2008 sein 
„Smarter Planet“ Programm, wenig später folgte der US Konzern Cisco mit seinem Konzept 
Smart+Connected. Aber auch deutsche Konzerne wie Siemens oder SAP sind in der Zwischenzeit 
Anbieter von Produkten und Lösungen smarter Stadtentwicklung.  
Dieser Markt verspricht große Wachstumspotentiale, sind doch smarte Häusern schon jetzt mit 
smarten Geräten (z.B. Smart TV) bestückt oder steuern den Energiehaushalt über Apps bzw. ver-
wenden Roboter (Staubsauger- und Rasenmäher-Roboter) zur Unterstützung der häuslichen Arbeit. 
Daher überrascht es auch nicht, dass dieses boomende Feld nun auch von Akteuren bearbeitet 
wird, die in diesem Marktsegment bisher nicht bekannt waren, wie Microsoft mit seinem CityNext 
Ansatz und seit kurzem auch Google. 
Städte gehen vermehrt mit Softwarekonzernen Kooperationen ein bzw. beteiligen sich an Pilotpro-
jekten, wo kostengünstig auf Ressourcen dieser IT-Konzerne zurückgegriffen werden kann, um 
städtische Aufgaben zu unterstützen. Bei der Analyse der dabei angebotenen Lösungen muss je-
doch kritisch verfolgt werden, ob die Konzepte, die IT-Firmen bei Einsatz von Smart City-Lösungen 
umsetzen, sich nicht eng an der Idee einer Stadt als geschlossenem System orientieren. Kann eine 
Stadt ähnlich wie ein Unternehmen hardware- und softwaretechnisch unterstützt werden oder bedarf 
es nicht anderer organisatorischer und technologischer Modelle?  
Mitunter erwecken die publik gewordenen Referenzprojekte aber genau diesen Eindruck: Eigene 
Komponenten/Systeme des Produktportfolios werden angeboten, diese in Folge miteinander ver-
netzt, Daten zentral gesammelt und für Analysezwecke aufbereitet.  
Kritische Stimmen, die diese technologiegesteuerte Stadtentwicklung verfolgen, bemerken ein 
Comeback überwunden geglaubter technokratischer Dominanzallüren. Parallel dazu ist zu beobach-
ten, dass auch im Bereich der weltweit agierenden Normierungsinstitutionen (ISO, IEC, ITU) große
        

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