Full text: Beschäftigungssituation und Problemlagen von MigrantInnen - Exploration des Status quo in Wien

29 • Detailanalyse NEETs. Es gibt ein allgemeines Bild zur NEETs mit Migrationshintergrund, das weiter verfeinert werden muss, um wirkungsvolle Gegenstrategien zu ermöglichen. Z.B.: Gibt es spezifische Gruppen, die überproportional stark betroffen sind? Lassen sich spezifische Muster nachzeichnen (Herkunft, familiäre Situation, Schulerfahrung etc.)? • Analyse von Diskriminierungsprozessen. Mögliche Diskriminierung und Diskriminierungsprozesse sind noch nicht ausreichend analysiert. Forschungslücken bestehen insbesondere im Hinblick auf Benachteiligungen von MigrantInnen bei beruflichen Aufstiegs- und Etablierungsprozessen sowie im Hinblick auf die Frage, inwieweit beim Zugang zu höher qualifizierten Tätigkeiten ähnliche Diskriminierungsmechanismen wirken wie bei geringer qualifizierten Tätigkeiten. Auch unternehmensinterne Gründe für bewusste oder unbewusste Diskriminierungsprozessen brauchen eine eingehende Betrachtung, um wirksame Gegenstrategien entwickeln zu können. • Dequalifizierung und Sprachkompetenz. Dass MigrantInnen häufiger von Dequalifizierung betroffen sind, ist ein Fakt. Inwiefern dabei wahrgenommene oder tatsächliche Schwächen bei der Beherrschung der deutschen Sprache eine Rolle spielen, ist aber unklar. • Effekte erfolgreicher Nostrifikation auf die Arbeitsmarkpositionierung. Die Erfahrung vieler Beschäftigter mit Migrationshintergrund ist, dass eine Anerkennung von ausländischen Bildungsabschlüssen noch keineswegs ein Garant für berufliche Besserstellung ist. Abseits von Befragungen fehlen aber noch belastbare Daten zur Entwicklung von Einkommen, Tätigkeitsprofil etc. von Personen, deren ausländischen Bildungsabschlüsse erfolgreich anerkannt wurden. • Wirkung von arbeitsmarktpolitischen Maßnahmen. Es braucht vermehrt Wirkungsanalysen von arbeitsmarktpolitischen Maßnahmen: wie entwickelt sich die Arbeitsmarktsituation von MigrantInnen nach dem Abschluss arbeitsmarktpolitischer Maßnahmen? • Gesundheit und Arbeitsmarktzugang. Aufgrund körperlich belastender Tätigkeiten oder schwieriger Wohn- und Lebensumstände sind MigrantInnen mit gesundheitlichen Beeinträchtigungen konfrontiert. Zu fragen ist, wie bzw. ob sich die Gesundheitssituation als Barriere für den Arbeitsmarktzugang auswirkt bzw. inwieweit dadurch der Verbleib am Arbeitsmarkt erschwert wird. • Grenzüberschreitender Arbeitsmarkt. Der grenzüberschreitende Arbeitsmarkt und seine Auswirkungen auf Wien ist noch unterbelichtet. Das Projekt TRANSLAB, das bis Sommer 2015 lief, bietet eine gute Basis für eine weitere, vertiefende und kontinuierliche Analyse von grenzüberschreitenden Migrations- und PendlerInnenbewegungen.

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